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BLE: Jahresbericht über Vieh und Fleisch 2025

Die landwirtschaftlichen Tierhalter in Deutschland konnten im vergangenen Jahr ihre Schlachtrinder so teuer verkaufen wie nie zuvor. Bei Lämmern ließen sich ebenfalls Rekordpreise erzielen. Die Schlachtschweinepreise gaben hingegen das zweite Jahr in Folge nach.

Infografik Schlachtviehpreise 2026. Bild: BZL

Infografik Schlachtviehpreise 2026. Bild: BZL

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erstellt im Auftrag des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesdienststellen nach der 1. Fleischgesetz-Durchführungsverordnung (1. FlGDV) den Jahresbericht Vieh und Fleisch.

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Rinderpreise 2025 auf Rekordniveau 

Laut Auswertung des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) lag 2025 der Jahresdurchschnittspreis für erzeugte Jungbullen aller Handelsklassen bei 6,78 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht; das waren 1,73 Euro oder 34,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch stärker legten mit 42,4 Prozent auf 5,74 Euro je Kilogramm die Schlachtkuhpreise zu. Bei Färsen war ein Plus von 37,3 Prozent auf 6,22 Euro je Kilogramm festzustellen. Damit wurde für Rinder mit Abstand das höchste Preisniveau seit der Wiedervereinigung erzielt. Datengrundlage für die Berechnung sind die wöchentlich gesetzlich vorgeschriebenen Angaben der meldepflichtigen Schlachtunternehmen zu gezahlten Preisen und Schlachtmengen im gesamten Bundesgebiet. 

Wesentlicher Grund für das historisch hohe Preisniveau 2025 war die geringe Verfügbarkeit von schlachtreifen Rindern. Schätzungen zufolge wurden den Schlachtbetrieben rund sieben Prozent weniger Tiere angeliefert als im Vorjahr. Dazu trug der langfristige Rückgang der Rinderbestände in Deutschland und in der EU bei. Zudem wurden Milchkühe aufgrund der hohen Milchpreise in der Produktion gehalten und fehlten am Schlachtband. In der EU und auch weltweit waren Schlachtrinder und Rindfleisch ebenfalls nur knapp verfügbar. Die Tiere und das Fleisch wurden aufgrund der Nachfrage am Weltmarkt mit kräftigen Preisaufschlägen gehandelt. 

Auch Biorinder teurer

Für Rinder aus ökologischer Erzeugung mussten die hiesigen Schlachtunternehmen 2025 ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Gefragt waren vor allem weibliche Tiere. Der Jahresdurchschnittspreis für Kühe aus ökologischer Haltung stieg im Vorjahresvergleich um 38,3 Prozent auf 6,07 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Für Färsen war ein Aufschlag von 1,62 Euro oder 32,5 Prozent auf 6,60 Euro je Kilogramm zu zahlen. Weil diese Zuwächse nicht ganz so stark ausfielen wie bei konventionellen Tieren, verringerte sich der Preisabstand. Biokühe und -färsen waren 2025 im Mittel aller Handelsklassen gut sechs Prozent teurer als konventionelle Tiere, ein Jahr zuvor waren es noch rund zehn Prozent gewesen. Bei Jungbullen aus der Bioproduktion fiel der Preisanstieg gegenüber 2024 mit 29,2 Prozent auf 6,81 Euro je Kilogramm unterdurchschnittlich aus. Der Abstand zu den konventionell erzeugten Tieren schmolz im Jahresmittel auf nur noch 3 Cent je Kilogramm zusammen. 

Schweine verlieren an Wert

Am Schweinemarkt konnte 2025 das Preisniveau des Vorjahres nicht gehalten werden. Der durchschnittliche Schlachtschweinepreis aller Handelsklassen ohne Sauen lag bei 1,91 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht; das waren 0,24 Euro oder 11,2 Prozent weniger als 2024. Je Schlachtschwein wurden rund 23 Euro weniger erlöst. Noch stärker gab der Preis für Schlachtsauen nach, nämlich um 0,34 Euro oder 20,7 Prozent auf 1,30 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Zudem sank der Ferkelpreis im Jahresmittel um fast 19 Prozent auf 64,50 Euro je Tier. Der Schweinebestand wurde im vergangenen Jahr leicht aufgestockt und mehr Tiere geschlachtet. Dem größeren Angebot stand eine eher verhaltene Schweinefleischnachfrage gegenüber, was zu einer ausreichenden Marktversorgung und fallenden Preisen führte. Das war auch in der gesamten EU der Fall. Eine zunehmende Produktion stieß auf einen begrenzten Bedarf. Zuletzt behinderten höhere Importzölle für EU-Schweinefleisch in China oder Einfuhrsperren von Drittstaaten wegen der Afrikanischen Schweinpest (ASP) in Spanien den außereuropäischen Schweinefleischexport. Das setzte die EU-Schweinepreise unter Druck.   

Lämmerpreise im Höhenflug

Die von den Schlachthöfen gemeldeten Preise für Lämmer erklommen 2025 neue Rekordhöhen. Für pauschal abgerechnete Tiere wurden im Schnitt 9,90 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gezahlt, was im Vorjahresvergleich ein Anstieg von 15,4 Prozent bedeutete. Die pauschal lebend abgerechneten Tiere verbuchten mit 3,96 Euro je Kilogramm einen Preiszuwachs von 5,5 Prozent gegenüber 2024. Grund für den deutlichen Anstieg war, wie bei Rindern, ein deutlich verringertes Schlachtviehangebot. Dies war nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU der Fall. Der Bestandsabbau in vielen Mitgliedstaaten ließ die Schlachtlämmerpreise europaweit auf einen historischen Höchststand steigen. Laut der jüngsten Viehbestandserhebung ist der Schafbestand in Deutschland im November 2025 im Vorjahresvergleich wieder leicht gewachsen, und zwar um 0,8 Prozent auf 1,52 Millionen Tiere. 

- Jahresbericht 2025 https://www.bmel-statistik.de/fileadmin/daten/0100005-2025.pdf

- Seite Preismeldung Fleisch https://www.bmel-statistik.de/preise/preise-fleisch

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