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BUNTH: Neues Projekt zur Entwicklung eines Effizienzzuchtwerts für Milchkühe (EMMA2)

Kann man die Effizienz von Milchkühen steigern, ohne Tierwohl und Gesundheit zu beeinträchtigen? Am 1. Juli 2026 startet das Projekt "EMMA2", um dieser Frage nachzugehen. Im Projekt soll ein neuer Zuchtwert entwickelt werden, der die Futterverwertung und Nährstoffverteilung optimieren soll.

Im Projekt “EMMA2” wird erforscht, wie die Ressourceneffizienz von Milchkühen durch gezielte Zuchtwertentwicklung optimiert werden kann. Bild: BLE

Projektpartner: Georg-August-Universität Göttingen, Universität Hohenheim, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V Verden 

Laufzeit: 01.07.2026-30.06.2030

Im Rahmen des Vorhabens wird ein neuer Effizienzzuchtwert für Milchkühe entwickelt, der die Gewinnung von Ressourcen aus dem Futter (Akquisition) und deren Verteilung auf verschiedene Körperfunktionen (Allokation) getrennt voneinander bewertet. Bisherige Ansätze, die auf dem Prinzip der residualen Futteraufnahme basieren, berücksichtigen diese Trennung nicht. Der neue Zuchtwert soll es ermöglichen, die Ressourcennutzung züchterisch zu verbessern, ohne Tiergesundheit und Tierwohl durch eine negative Energiebilanz in der Frühlaktation zu beeinträchtigen.

Dazu werden zunächst die Prozesse der Ressourcenakquisition und -allokation während des Laktationsverlaufs charakterisiert. Auf dieser Grundlage werden praktikable Hilfsmerkmale identifiziert, die eine routinemäßige Erhebung in der Praxis erlauben. In Kombination mit genomischen Daten sollen zielmerkmalsassoziierte Genomregionen und Gene aufgespürt werden, die Einfluss auf Akquisition und Allokation haben. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden BLUP-Modelle zur Schätzung der beiden Zuchtwerte entwickelt.

Die Forschungsergebnisse sollen das Verständnis der komplexen Zusammenhänge der Ressourceneffizienz bei Milchkühen vertiefen und die Entwicklung von Prognosemodellen ermöglichen, die eine Vorhersage des Effizienzzuchtwerts anhand genomischer Daten erlauben. Die Ergebnisse werden bis zur Praxisreife weiterentwickelt und in der wissenschaftlichen sowie züchterischen Gemeinschaft verbreitet.

Fördervolumen gesamt: 1.532.062,80 €

Ansprechperson:
Herr Prof. Jens Tetens
Georg-August-Universität Göttingen

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