Detailansicht

FLI: Neues Orthobunyavirus bei Rindern in Baden-Württemberg nachgewiesen

Das durch Gnitzen übertragene Virus ist für den Menschen soweit bekannt ungefährlich. Betroffen sind vor allem Rinder, Schafe und Ziegen. Symptome bei den erkrankten Tieren sind Fieber, Durchfall und geringere Milchleistung. Die Infektion verursacht relativ milde Krankheitsverläufe bei erwachsenen Tieren. Die Untersuchungen der kommenden Wochen werden zeigen, wie rasch es sich ausbreitet, welche Tierarten besonders betroffen sind und mit welchen klinischen Folgen zu rechnen ist.

Der identifizierte Erreger ist verwandt mit dem Schmallenberg-Virus, das 2011 auftrat. Bei diesem waren hauptsächlich Schafe betroffen. Die Infektionen verursachten Fehlbildungen und Totgeburten bei Lämmern. Für das neu nachgewiesene Virus lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere zu Schädigungen der Feten führen können. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten daher besonders aufmerksam untersucht werden.

Bei infizierten trächtigen Kühen können Totgeburten und Fehlbildungen der Kälber nicht ausgeschlossen werden. Die Gnitzensaison geht bis Ende November, so dass eine weitere Ausbreitung zu erwarten ist. 

Bisher wurden Proben von vier Betrieben in Baden-Württemberg untersucht. Betroffen sind zahlreiche Betriebe und Tiere. 

Zur Pressemeldung des Friedrich-Löffler-Instituts vom 3. August 2026

Steckbrief Schmallenberg-Virus

Bundesprogramm Nutztierhaltung: Projekt zur Gnitzenforschung CeratoVir

 

Nach oben
Nach oben