Der Nahrungsverbrauch an Eiern wuchs laut der neuen Versorgungsbilanz des BZL im Jahr 2025 auf 21 Milliarden Eier an (2024: 20,7 Milliarden), inklusive verarbeiteter Eier. „Eier stellen eine kostengünstige Quelle für hochwertiges Eiweiß dar“, erklärt Dr. Josef Goos, Leiter des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL). Außerdem könnten Ernährungsformen wie vegetarische Ernährung oder „Low Carb“ ein Grund für den steigenden Eierverbrauch sein.
Der Bestand an Legehennen war 2025 mit 51,1 Millionen um 400.000 Tiere niedriger als 2024. Darin enthalten ist eine vom BZL hinzu geschätzte Anzahl an Legehennen in Kleinbeständen mit weniger als 3.000 Haltungsplätzen. Neben dem ab 2026 gesetzlich vorgeschriebenen Rückbau der Kleingruppenhaltungen könnten auch Tierverluste durch Krankheiten ein Grund für die geringeren Bestände sein.
Die Legeleistung der Tiere stieg hingegen an: Von 295 Eiern je Henne und Jahr auf nunmehr 299 Eier je Henne. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 15,3 Milliarden Konsumeier erzeugt (Vorjahr: 15,2 Milliarden). Damit wurde der Inlandsbedarf zu 72 Prozent aus heimischer Ware gedeckt (-1 Prozentpunkt im Vergleich zu 2024) und der Selbstversorgungsgrad sank das vierte Jahr in Folge. Somit muss Deutschland mehr als ein Viertel seines Bedarfs an Eiern importieren.
Hohe Inlandsnachfrage bremst den Export, Importe stagnieren
Die Importe von Schaleneiern sanken aufgrund der angespannten Marktlage um 1,3 Prozent. Die Einfuhr von Eiprodukten (Vollei, Eigelb und Eiweiß, flüssig, getrocknet, gefroren) hingegen stieg um sechs Prozent. Insgesamt ergibt sich damit ein knappes Einfuhrplus von 0,8 Prozent. Von den importierten Schaleneiern stammten 69 Prozent aus den Niederlanden, gefolgt von Polen (knapp 16 Prozent) und Belgien (rund 3,4 Prozent). Faktoren wie sinkende Legehennenbestände in den Niederlanden und die Auswirkungen der Vogelgrippe, unter anderem im Polen, erschwerten den Import 2025.
Aufgrund des hohen Inlandsbedarfs nahmen die Ausfuhren von Schaleneiern um zwölf Prozent ab, die von Eiprodukten um vier Prozent. Hauptabnehmerländer waren die Niederlande, Belgien und Italien.
Eierangebot zu Ostern knapp, aber langfristig ausreichend
„Sicher wird es wieder eine traditionsgemäß erhöhte Eiernachfrage rund um Ostern geben. Diesen erhöhten Bedarf wird der Lebensmitteleinzelhandel bestmöglich bedienen“, schätzt BZL-Leiter Dr. Josef Goos die Lage ein. Allerdings sei die Marktlage durchaus schwierig: „Auf der einen Seite haben wir eine erneut gestiegene Nachfrage nach Eiern. Auf der anderen Seite sehen wir sinkende Tierbestände aufgrund von Vogelgrippe oder der neu aufgetretenen Krankheit Newcastle Disease sowie des Rückbaus der Kleingruppenhaltung. Das macht die Lage auf dem Eiermarkt derzeit angespannt“, so Goos.
Die Versorgungsbilanz Eier ist unter www.bmel-statistik.de/eier zu finden.

