Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Nachteil durch die erhöhte Aufnahme von Faserstoffen ist, dass die Stickstoffbilanz sich verschlechtert. Bild: Landpixel
Mehr Faser führt zu erhöhten Futterkosten und verschlechtert die Stickstoffbilanz. Außerdem kann die Faserfütterung zu einer Überlastung der Güllesysteme führen.
Den beschriebenen positiven Effekten einer zusätzlichen Faserversorgung – insbesondere als Beschäftigungsfutter – stehen aber auch negative Effekte gegenüber.
Durch die steigenden Fasergehalte in der Ration nimmt die Verdaulichkeit der Nährstoffe ab – insbesondere, die von Rohprotein. Eine geringere Verdaulichkeit von Futterprotein steigert jedoch die Futterkosten und bringt damit wirtschaftliche Nachteile mit sich. Dies ist ein Hauptgrund dafür, warum in der Mastschweinefütterung bislang Futterkonzentrate mit nur geringen Fasergehalten verwendet werden. Ebenfalls Mehrkosten verursachen die im Vergleich zum Standardfutter teureren Beschäftigungsfuttermittel sowie die Technik zum Einbringen dieses Futters in die Buchten.
Dem gegenüber stehen jedoch eine bessere Tiergesundheit mit wahrscheinlich geringeren Medikamentenkosten sowie ein positives Image. Darüber hinaus bieten solche Tierwohlmaßnahmen die Möglichkeit, an den verschiedenen Tierwohlprogrammen teilzunehmen und damit einen Teil der höheren Kosten wieder zu decken.
Es gibt einen weiteren Grund, warum eine Erhöhung des Faseranteils problematisch sein kann. Denn eine erhöhte Aufnahme von Faserstoffen verschlechtert gleichzeitig die Stickstoffbilanz der schweinehaltenden Betriebe.
Ein Mehr an organischem Beschäftigungsmaterial kann zu Problemen bei der Entfernung von Kot und Harn aus dem Stall führen. Denn je weniger von dem angebotenen Beschäftigungsfutter gefressen wird und je mehr organische Masse von festen Flächen oder durch Spalten in den Kotkanal gelangt, umso eher und stärker bilden sich Schwimmdecken. Praxisübliche Güllesysteme werden mit dem Ausschwemmen von Schwimmdecken nur unzureichend fertig. In der Folge sind sie irgendwann nicht mehr funktionsfähig.
Wer über einen Stallneubau nachdenkt, sollte direkt eine Anpassung des Güllesystems mit in Betracht ziehen. Hier bieten sich zum Beispiel Schieberentmistungen mit Schiebern an, die unterhalb der Spalten laufen. In bestehenden Ställen sind prinzipiell Systeme denkbar, bei denen die Gülle innerhalb des Stalls aufgerührt werden kann.
Es ist jedoch zu bedenken, dass mit jedem Aufrühren Schadgase freigesetzt werden. Das verschlechtert das Emissionsverhalten des Stalls kann eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Das Aufrühren der Gülle sollte daher nur im leeren Stall und unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.
Letzte Aktualisierung 08.02.2021