Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf (TWZ Schaf) Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf (TWZ Schaf)

TWZ Schaf - Kompaktes Wissen zur Schafhaltung

TWZ Schaf steht für Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf (TWZ Schaf). Es ist aus einem Projekt des Bundesprogramms Nutztierhaltung hervorgegangen. Beteiligt waren der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), die Justus-Liebig-Universität Gießen (AG Tierzucht und Tierklinik für Reproduktionsmedizin und Neugeborenenkunde) und FiBL Deutschland e.V. Das Projekt baute auf den Erkenntnissen des abgeschlossenen Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz, Netzwerk Schafe, auf.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts TWZ Schaf sind im Abschlussbericht zusammengefasst (Anhänge zum Abschlussbericht).

Warum gibt es das TWZ Schaf?

Ziel des TWZ Schaf ist die Steigerung des Tierwohls in der Schafhaltung durch Bündelung der Kompetenzen für Tiergesundheit, Zucht und Beratung beim Schaf. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zucht und Selektion auf Kurzschwänzigkeit, da sich die Haltung von Schafen mit kurzen Schwänzen in der Praxis einfacher gestaltet.

Was macht das TWZ Schaf?

Das TWZ Schaf hat folgende Aufgaben:

  • individuelle Beratung der teilnehmenden Netzwerkbetriebe
  • Erstellung von Empfehlungen für die Haltung, insbesondere von unkupierten Schafen
  • Erstellung von Empfehlungen für die Zucht und Etablierung eines Gesamtzuchtwertes "Tierwohl“ beim Schaf
  • Entwicklung eines Managementtools (serv.it OviCaP) zur digitalen Dokumentation und Auswertung von Einzeltierdaten
  • Wissenstransfer in die breite Praxis und interessierte Öffentlichkeit
  • Gründung eines Fachbeirates mit Experten aus Wissenschaft und Praxis

Schwerpunkt: Zucht auf Kurzschwänzigkeit beim Schaf

Im Rahmen des abgeschlossenen Projektes TWZ Schaf wurde insbesondere die Zucht und Selektion auf Kurzschwänzigkeit gefördert - stets unter Berücksichtigung von Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und Tierwohl. Hintergrund ist, dass sich die Haltung von Schafen mit kurzen Schwänzen einfacher gestaltet. Bei langschwänzigen Tieren kommt es, vor allem bei einer ausgeprägten Bewollung, schneller zu Verschmutzungen durch Kot und Urin. Die dadurch erforderliche Teilschur der Hinterpartie der Schafe verursacht zusätzlichen Arbeitsaufwand in den Betrieben.

Bundesweit beteiligten sich 25 Schafhaltungen am Arbeitspaket "Zucht“ des TWZ Schaf. Während der Projektlaufzeit wurden die Schwänze der Schaflämmer auf den teilnehmenden Betrieben in der Regel nicht mehr kupiert. Begleitend wurden Daten zu Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und der natürlichen Schwanzlängenvariation der Lämmer erfasst. So erlangten Wissenschaft und Praxis gleichermaßen mehr Kenntnis über züchterische Aspekte innerhalb des Betriebs und zwischen unterschiedlichen Rassen.

Neben der gezielten Selektion auf das Merkmal der Schwanzlänge war es im weiteren Projektverlauf Ziel, negativen Korrelationen in Bezug auf Leistung und Gesundheit zu vermeiden. Einbußen gegenüber dem Tierschutz und Tierwohl sollten durch die detaillierte Datenerfassung in den Betrieben erkannt und durch gezielte Managementmaßnahmen begrenzt werden.

Broschüre

Die Haltung unkupierter Schafe gewinnt an Bedeutung. Das Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf hat Maßnahmen zur erfolgreichen Schafhaltung auf Praxisbetrieben erprobt und in einer Broschüre zusammengestellt. Die Broschüre steht kostenfrei zum Download zur Verfügung:

Broschüre: Die Haltung und Zucht von unkupierten Schafen

Nähere Informationen, auch zu Printexemplaren, gibt es beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Entwicklung eines Management-Tools für Schafherden

Eine präzise Dokumentation ist im Bereich Rind, Schwein und Geflügel bereits Standard. Um hier anzuknüpfen, hat das TWZ Schaf gemeinsam mit der Vereinigung der Deutschen Landesschafzuchtverbände (VDL) e.V. und den Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit) ein Managementtool entwickelt. Das digitale Herdenmanagement Serv.it OviCap bietet verschiedene Möglichkeiten zur Datenerfassung und gibt einen aktuellen Überblick über den eigenen Bestand. So können das Weidetagebuch digital geführt, Ablammungen, durchgeführte Maßnahmen wie Impfungen sowie Auffälligkeiten erfasst und dokumentiert werden. Auch die Betriebsregistriernummer (VVVO-Nummer) lässt sich verzeichnen. Seit Oktober 2024 können sich alle Verbandsmitglieder in Deutschland durch ihren Landesschaf- oder Landesziegenzuchtverband gegen Gebühr für das Managementtool freischalten lassen.

Im Rahmen des Tierwohl-Kompetenzzentrums Schaf wurden zudem Checklisten zur betrieblichen Eigenkontrolle und Standard Operating Procedures (SOP) für die Schafhaltung entwickelt. Diese stehen zum kostenfreien Download bereit und sollen schafhaltenden Betrieben helfen, Schwachstellen zu erkennen und bei Auffälligkeiten Maßnahmen zu ergreifen. Die Checklisten erfassen systematisch klinische Auffälligkeiten und Haltungsmängel, während die SOPs konkrete Handlungsempfehlungen bieten.

Checklisten und Handlungsempfehlungen

Auch die veränderten Anforderungen von Tieren mit unkupierten Schwänzen an Haltung und Management auf den Betrieben werden analysiert und dem Bedarf angepasst.

Um einen Überblick über die Einstellungen von Schafhalterinnen und Schafhaltern zum Kupieren von Lämmerschwänzen zu erhalten, hat das TWZ Schaf im April 2023 eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse stehen zum Download bereit.

Ergebnisse der Umfrage zum Kupieren von Lämmerschwänzen

Wissenstransfer in die Schaf-Praxis

Ein weiterer essentieller Teil des TWZ Schaf ist der Wissenstransfer in die breite Praxis der Schafhaltungen - von Berufsschäferinnen und -schäfern bis hin zu Hobbyschafhaltungen sowie in die interessierte Öffentlichkeit. Denn nur wenn alle Beteiligten wissen, welche Anpassungen und Herausforderungen mit der Haltung unkupierter Schafe einhergehen, kann diese erfolgreich umgesetzt werden.

Hierfür treten die beteiligten Netzwerkbetriebe selbst als Multiplikatoren auf und teilen ihre Erfahrungen mit der Fachöffentlichkeit. Die Vorbildfunktion der Netzwerkbetriebe ist ein wichtiger Bestandteil bei der Etablierung der Haltung von unkupierten Schafen.

Das gewonnene Wissen wird zusätzlich durch Lehrvideos, Präsenz- und Online-Veranstaltungen weitergegeben. Auch in der Ausbildung und in den Bildungsstätten von Schäferinnen und Schäfern wird das Wissen künftig vermittelt.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen zum Projekt und für fachliche Anliegen zur Haltung von Schafen stehen die Projektpartner unter folgender E-Mail-Adresse zur Verfügung: twz-schaf@llh.hessen.de

Letzte Aktualisierung 28.11.2024

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