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Der Erfolg von alternativen Prophylaxemitteln zur Verbesserung der Tiergesundheit ist abhängig von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Betriebes. Bild: Cordula Möbius
Wirkt sich der Einsatz alternativer Prophylaxemittel positiv auf das ökonomische Ergebnis von Mastgeflügel- und Legebetrieben aus? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler und Praktiker im Projekt „AntiMin-Pro - Alternative Methoden zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes bei Geflügel“ der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz.
Ob und wann Antibiotika eingesetzt werden oder ob alternative Prophylaxemittel wie zum Beispiel Probiotika, Aromastoffe, Kräuterextrakte oder organische Säuren zusätzlich oder ausschließlich verabreicht werden, das liegt in der Verantwortung der Betriebe. Abgewogen werden dabei regelmäßig Tiergesundheit, Tierwohl und Ökonomie. Ein Verzicht auf Antibiotika kann zu einer schlechteren Futterverwertung und höheren Tierverlusten führen. Beides verschlechtert die Wirtschaftlichkeit. Außerdem kosten auch alternative Prophylaxemittel Geld und nehmen Arbeitszeit in Anspruch. Lohnt sich also ihr Einsatz?
Im MuD Tierschutz Projekt AntiMin-Pro nahmen das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) Deutschland e. V., das Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität München, DLG e. V. und die Gallicon Geflügelberatung die Fragestellung unter die Lupe.
Um herauszufinden, ob sich der Einsatz alternativer Prophylaxemittel für den Betrieb lohnt, gilt es zunächst realistische Preise für die unterschiedlichen Produktkategorien zusammenzustellen. Dies kristallisierte sich im Projekt AntiMin-Pro als herausfordernd heraus, da bei einigen Produktkategorien deutliche Preisspannen existieren. Auch variieren die Einsatzgebiete und Konzentrationen der Mittel.
Im Projekt zeigte sich, dass der Erfolg der Maßnahmen stark von den individuellen Rahmenbedingungen der Betriebe abhängt. Je nach betrachtetem Durchgang unterschieden sich die Effekte der Wirkung der eingesetzten Naturstoffe deutlich - insbesondere in Bezug auf die Mortalitätsraten.
Einen erheblichen Einfluss auf die Effizienz der Maßnahmen hatte der Hygienestatus der einzelne Betriebe. Ebenso wirkten sich die Qualität von Futter und Wasser auf die Ergebnisse aus. So wurde die Wasserqualität als zentraler Ansatzpunkt identifiziert. Auch die Lage der Ställe, das Stallklima und die Jahreszeit beeinflussten die betriebswirtschaftliche Effizienz alternativer Prophylaxemaßnahmen.
Des Weiteren spielte die jeweils vorhandene Stalltechnik, wie beispielsweise die einfache Möglichkeit, Wasserleitungen zu spülen, sowie die Qualität der Küken eine Rolle bei der Wirksamkeit der Mittel. Wenn Küken schon nach wenigen Tagen krank werden und behandelt werden müssen, wirkt sich das nicht nur auf das Tierwohl sondern auch auf das betriebswirtschaftliche Ergebnis aus.
Die große Variabilität unter den Betrieben erschwerte das Erstellen aussagekräftiger ökonomischer Auswertungen zum Einsatz der alternativen Prophylaxemittel. Aber für Masthühner konnten Vergleichsstudien zur Wirkung der Mittel angefertigt werden.
Für die Masthühner ließen sich bei den Vergleichsstudien einige Tendenzen erkennen. Zum Beispiel waren bei Betrachtung der Kriterien Stallmortalität, Gesamtverluste, Futterverwertung, verwertbare Kilogramm pro eingestalltem Küken Einflüsse vorhanden. Auch bei der Fußballengesundheit der Masthühner zeigten sich Unterschiede.
Im Folgenden die Ergebnisse der Vergleichstudie für Masthühner:
Alternative Prophylaxemittel hatten keinen Einfluss auf die Höhe des Einsatzes der Antibiotika, da 50 Prozent der Antibiotika bereits in den ersten fünf Lebenstagen verabreicht werden.
Bei der allgemeinen Bewertung der Tiergesundheit ergaben sich tendenziell bessere Werte.
Aromastoffe führten zu weniger Verlusten am Schlachthof und geringeren Verschmutzungsgraden der Tiere.
Aromastoffe, Huminsäuren und Tonminerale verbesserten die Gesundheit der Fersenhöcker bei den Masthühnern.
Probiotika sowie Prä- und Probiotika-Mischungen verbesserten die Gesundheit der Fußballen, aber verschlechterten die Futterverwertung.
Letzte Aktualisierung 23.02.2026