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Bei ähnlichem Gewicht ist der Futterbedarf dennoch unterschiedlich. Bild: Christiane Gothe
Das Forschungsprojekt RESAFE-Pig untersucht, wie sich eine tierindividuell angepasste Fütterung auf das Wohlbefinden von Mastschweinen in Großgruppen und die Stickstoffemissionen auswirkt.
Hat die individuelle Fütterung von Mastschweinen Vorteile? Eine Haltung und Fütterung von Mastschweinen erfolgt oft in Kleingruppen mit 12 bis 15 Tieren. Die Fütterung ist in der Regel auf das Alter, die Produktionsphase wie zum Beispiel Vormast oder Endmast und das durchschnittliche Gewicht der Gruppe ausgerichtet. Diese Vorgehensweise berücksichtigt aber nicht, dass die einzelnen Tiere einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben können, weil sie unterschiedliche Futteraufnahmekapazitäten oder Futterverwertung haben.
Ein Zuviel an Futter beim einzelnen Tier führt aber zu ungewollter Verfettung und ein Zuviel an Protein zu umweltbelastenden Stickstoffverlusten. Unterversorgte Tiere wachsen dagegen langsamer als die Gruppe. Die Gruppe wird inhomogen, was zusätzlichen Sortier- und Wiegeaufwand vor dem Schlachten bedeutet.
Das Projekt RESAFE-Pig hat zum Ziel, die Mastschweine nach ihren unterschiedlichen Typen zu unterscheiden und tierbezogener zu füttern. Das soll einerseits das Tierwohl verbessern, andererseits auch Nährstoffe einsparen und Stickstoffemissionen verringern. Das "dickere Schwein“ enthält in dem Projekt mehr rohfaserhaltiges Futter, wodurch es schneller satt ist und auch bleibt und daher weniger frisst. Die Schweine erhalten einheimisch angebaute Faserquellen mit Getreide oder Mais als Ganzpflanzen-Silage.
Die langanhaltende Sättigung der Schweine führt zu mehr Wohlbefinden beim einzelnen Tier und zu mehr Ruhe im Stall. Sie verringert außerdem den Luxuskonsum einer zu hohen Futteraufnahme.
Die regional erzeugten Grundfuttermittel wie Getreide-GPS sollen außerdem eine vermehrte mikrobielle Fixierung von Stickstoff im Kot erzielen. Das soll in der Folge die Freisetzung von Ammoniak aus der Gülle verringern.
Der Bedarf der einzelnen Mastschweine wird ermittelt, indem sie zum einen in einer Sortierschleuse gewogen werden. Zum anderen misst gleichzeitig 3D-Kameratechnik vollautomatisch die Körperzusammensetzung des Schweines. Bisher war dies nur mit einer Ultraschall- oder einer computertomographischen Untersuchung möglich.
Die Zuweisung in einen Fressbereich erfolgt nach Typ des Schweines.
Der Vorteil des Haltungs- und Fütterungssystems liegt in der Großgruppenhaltung, bei der gleichzeitig eine bedürfnisorientierte Fütterung erfolgt.
Der Stall ist unterteilt in Ruhe-, Aktivitäts- oder Fressbereiche, die die Tiere frei wählen können. Der Weg zum Futter führt aber immer über die Sortierschleuse.
Bisherige Ergebnisse zeigen, dass durch den Fasereinsatz die Fermentation im Dickdarm gefördert und der überschüssige Stickstoff bakteriell gebunden wird. Damit emmittiert er nicht in die Luft.
Die Stickstoffemissionen in die Luft konnten durch den erhöhten Einsatz von Rohfaser in der Ration nach bisherigen Ergebnissen um bis zu 40 Prozent reduziert werden.
Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, ein Unternehmen für Stalleinrichtungstechnik, und das Institut für Landtechnik in Bonn führen das Forschungsprojekt durch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) finanziert das Forschungsvorhaben.
Letzte Aktualisierung 27.05.2026