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Meldepflichtige Infektionen wie Salmonellen, Listeriose oder Leptospirose sind nicht zu unterschätzen, da sie über Lebensmittel oder den Kontakt zu Haustieren auch auf den Menschen übertragbar sind. Bild:Adobe Stock/magele-picture
Meldepflichtige Tierkrankheiten werden nicht staatlich bekämpft, wie es bei den anzeigepflichtigen Tierseuchen der Fall ist. Ihr Vorkommen wird jedoch erfasst und beobachtet, da diese Krankheiten große Schäden anrichten können und teilweise auch auf den Menschen übertragbar sind.
Über meldepflichtige Krankheiten müssen Berichte erstellt werden. Auch um internationale Verpflichtungen gegenüber der Weltgesundheitsorganisation für Tiergesundheit, WOAH, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, und der Europäischen Union, EU, zu erfüllen.
Die Meldepflicht dient vor allem statistischen Zwecken. Gemeldet werden das Datum der Feststellung, die betroffene Tierart, der betroffene Bestand und der betroffene Landkreis. Meldepflichtig sind die Veterinäruntersuchungsämter oder Tiergesundheitsämter nach Nachweis der Krankheit oder Tierarztpraxen, die die Krankheit festgestellt haben. Die zuständige Behörde leitet jede Meldung an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat weiter.
Die Meldepflicht ist in der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten geregelt.
Für folgende Schweinekrankheiten besteht eine Meldepflicht:
Im Folgenden eine Kurzbeschreibung der relevanten und meldepflichtigen Erkrankungen beim Schwein, ihre Symptome und Besonderheiten.
Die Leptospirose der Schweine ist eine meldepflichtige bakterielle Erkrankung. Es gibt viele verschiedene Bakterientypen, die jeweils bevorzugt bestimmte Tiere infizieren. Leptospiren können in feuchter und warmer Umgebung, beispielsweise in kontaminiertem Wasser, lange überleben.
Über die Schleimhaut dringen die Erreger aktiv in den Körper ein, auch Deckinfektionen sind möglich. In der Folge kommt es zur Bakteriämie, zur Bildung von Endotoxinen und zu einer Schädigung der roten Blutkörperchen, des zentralen Nervensystems, der Blutgefäße und anderer Organe. Auch Feten können geschädigt werden. Bei der einsetzenden Immunabwehr werden fast alle Erreger abgetötet, verbleiben aber in den Nierentubuli und werden über längere Zeit mit dem Harn ausgeschieden.
Besonders gefährdet sind trächtige Sauen, bei denen schon geringe Erregerzahlen schwerwiegende Folgen wie Aborte und die Geburt lebensschwacher Ferkel haben können. Infektionen von Mastschweinen bleiben oft unbemerkt und stellen eine große Zoonosegefahr dar. Die Leptospirose kann mit Antibiotika behandelt werden. Vorbeugend ist eine Impfung möglich. Grundlage der Bekämpfung sind serologische Überwachungsprogramme.
Die Transmissible Gastroenteritis (TGE) ist eine meldepflichtige Entzündung des Magen-Darm-Trakts bei Schweinen. Verursacht wird sie durch Coronaviren. Bei Ferkeln führt die TGE zu Erbrechen und Durchfall und bei laktierenden Sauen zu einem starken Rückgang der Milchproduktion. Die Symptome variieren je nach Alter der Tiere. Ferkel zittern, erbrechen, verweigern Milch und haben extremen Durst gefolgt von starkem, faulig riechendem Durchfall. In einem infizierten Bestand erkranken fast alle Ferkel und sterben innerhalb weniger Tage.
Ältere Schweine zeigen gelegentlich Fressunlust, Durchfall und Erbrechen, aber oft keine Symptome. Die Sterblichkeit ist geringer. Bei laktierenden Sauen, die noch keinen Kontakt mit dem Erreger hatten und daher keine Antikörper gegen den Erreger besitzen, kommt es zu Erbrechen, schwerem Durchfall und Futterverweigerung. Die Milchleistung geht stark zurück, was die hohe Sterblichkeit der Ferkel erklärt. Da Sauen den Erreger über die Milch übertragen, empfiehlt es sich, die Saugferkel vom Muttertier zu trennen und sie mit Milchaustauschern aufzuziehen. Nach überstandener Infektion bilden die Sauen Antikörper, so dass folgende Würfe nicht gefährdet sind.
In Großbetrieben und zukaufenden Mastbetrieben kann die TGE enzootisch werden, also ständig oder wiederholt auftreten, da dort verschiedene Immunitätsstadien vorliegen und immer empfängliche Tiere vorhanden sind. Der Fokus liegt darauf, die TGE durch konsequente Hygienemaßnahmen aus einem Bestand fernzuhalten. Sauenkolostrum liefert den Ferkeln schützende Antikörper.
Die Salmonellose des Schweins ist eine meldepflichtige bakterielle Erkrankung, die durch Salmonellen verursacht wird. Sie spielt eine wichtige Rolle in der Fleischhygiene, da Salmonellen über das Fleisch auf den Menschen übertragen werden können. Meist zeigt das Schwein keine klinischen Symptome, so dass die Belastung mit Salmonellen erst im Rahmen des Salmonellenmonitorings am Schlachthof auffällt. Erkranken auch die Schweine selbst, sind es vor allem junge Tiere. Sie zeigen nach der Infektion Fieber, Fressunlust, Mattigkeit und Durchfall. Plötzliche Todesfälle sind möglich.
Bei akuten Erkrankungen helfen Antibiotika. Saubere Haltungsumgebungen und gute Fütterung beugt vor. Impfstoffe stehen zur Verfügung.
Die Listeriose ist eine meldepflichtige bakterielle Erkrankung, die Schweine und andere Tiere befällt. Sie äußert sich durch hohes Fieber, Fressunlust, Zittern, Lähmungen der Hintergliedmaßen und bei akuten Verläufen auch durch blutigen Durchfall mit plötzlichen Todesfällen. Bei Schweinen tritt die Listeriose selten auf. Man vermutet, dass die Infektion durch den Verzehr von kontaminierter Erde oder Silage erfolgt. Stress oder weitere Krankheiten fördert den Ausbruch der Listeriose. Antibiotika können bei der Behandlung helfen.
Auch an der meldepflichtigen Tuberkulose erkranken Schweine selten klinisch. Wichtiger ist ihre Rolle in der Fleischhygiene. Schweine können sich weitgehend symptomlos mit aviären oder atypischen Mykobakterien infizieren, die wiederum auf den Menschen übertragbar sind. Dieser Übertragungsweg gilt als selten. Dennoch ist die Untersuchung von Schlachtschweinen auf pathogene Mykobakterien unerlässlich.
Zeigen Schweine Symptome, zählen hierzu Fieber, Abmagerung, Knoten am Gesäuge, Hodenschwellungen oder Knochenauftreibungen.
Letzte Aktualisierung 05.12.2024