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Stroh dient den Schweinen als Beschäftigunsmaterial im Stall. Bild: agrarfoto.com
Um das Beschäftigungsdefizit von Schweinen zu mindern und damit das Tierwohl zu verbessern, wird Beschäftigungsmaterial angeboten. Wichtig ist, dass die Schweine das Material untersuchen, bewegen und bekauen können. Beifutter beschäftigt nachhaltig. Die Schweine können darin wühlen und es gleichzeitig fressen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Einsatz von Stroh allein Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen nicht sicher verhindert. Neben einer Beschäftigung mit dem Stroh wie Wühlen bietet das Stroh durch die enthaltene Rohfaser aber auch noch eine mechanische Sättigung. Stroh und andere faserhaltige Beifutter fördern außerdem die Darmgesundheit und damit das Wohlbefinden der Schweine insgesamt.
Experten empfehlen darüberhinaus, Beschäftigungsfutter zu verwenden, das einen hohen Anteil an bakterienverdaulichen Faserstoffen hat. Dazu zählen zum Beispiel Zuckerrübenschnitzel, Sojaschalen oder Maissilage. Diese Futtermittel haben generell eine positive Wirkung auf die Darmgesundheit und damit auf das Wohlbefinden der Schweine.
Studien belegen, dass der Einsatz von faserreichen Futtermitteln über eine zweite, das heißt von der Hauptfütterung räumlich und zeitlich getrennte Futterstrecke viele Vorteile bietet. Solches Beschäftigungsfutter kann durch entsprechende Systeme mechanisch, zum Beispiel über Rohrkettenförderer, oder pneumatisch in die Buchten transportiert und dort in separate Tröge oder direkt auf dem Boden abgelegt werden. Im einfachsten Fall kann die Vorlage aber auch mit der Futterschaufel erfolgen.
Der mögliche Beschäftigungseffekt hängt jedoch nicht nur von der Art des Faserfuttermittels ab, sondern auch von seiner Verarbeitung. So konnten Versuche mit Aufzuchtferkeln zeigen, dass pelletierte Stroh- und Grascobs von den Tieren sehr viel besser akzeptiert wurden als gehäckseltes Luzerneheu oder Maissilage.
Auch in Sachen Hygiene haben die Pellets Vorteile. So lassen sich zum Beispiel Staub und das Risiko einer Mykotoxinbelastung, wie sie bei technisch und thermisch unbehandelten Materialien wie Stroh oder Heu auftreten kann, durch die Pelletierung stark reduzieren. Außerdem gibt es bei pelletierten Futtermitteln weniger Probleme mit den Futterresten.
Unpelletiertes Raufutter muss hingegen meist aufwändig aus den Buchten entfernt werden, weil es in praxisüblichen Güllesystemen zu Problemen mit Schwimmdecken führen kann.
Eine allseits gültige Empfehlung für Beschäftigungsfutter kann nicht gegeben werden. Um aber besser entscheiden zu können, welches Beifutter das richtige ist, können die folgenden Fragen und Hinweise helfen:
Letzte Aktualisierung 28.05.2026