Bestandsbeobachtung bei Hühnerrassen Bestandsbeobachtung bei Hühnerrassen

Heimische Hühnerrassen:

Bielefelder Kennhühner

Die Zuchtgeschichte der Bielefelder Kennhühner begann in den 1970er Jahren mit dem Ziel, eine kennfarbige, leistungsstarke Hühnerrasse zu erzüchten. Als wichtigste Ausgangsrassen wurden Mechelner, Amrocks, Welsumer, New Hampshire und Rhodeländer verwendet, denn man wollte den Sperberfaktor der ersten beiden Rassen mit der Rebhuhnfarbe der Welsumer kombinieren.

Es handelt sich um sehr große, schwere Tiere mit breitem, kompaktem Körper, tiefer Brust, breiten Schultern, einer waagerechten Haltung, voller und mittellanger Befederung und eher tiefem Stand. Hinzu kommen ein mittelgroßer Einfachkamm, rote Ohrlappen und gelbe Läufe. Der Bruttrieb tritt bei den Hennen vereinzelt auf. Im Rahmen des Projektes „RegioHuhn“ werden die Bielefelder auf ihr Potential zur Erzeugung von Kreuzungstieren für die Nutzung als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des BÖL gefördert.

Besonderheiten: Bielefelder sind leistungsstarke Zweinutzungshühner und Leger zahlreicher
großer brauner Eier.

  • Bestand 2023: 720 Hähne / 406 Hennen
  • 406 Züchter
  • Charakteristika: Groß, kräftig, hohes Eigewicht
  • Gewicht (m): 3,0 – 4,0 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: kennsperber
  • Legeleistung: 150-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 60 g
  • Eischalenfarbe: braun
  • Förderung: keine

Deutsche Lachshühner

Deutsche Lachshühner sind die deutsche Zuchtform der französischen Faverolles, die im ehemaligen Département Seine et Oise im nördlichen Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts zu Mastzwecken aus der Kreuzung von Brahma, silber-wildfarbigen Dorking und Houdan erzüchtet und erstmals 1866 präsentiert wurden. Nach Deutschland gelangten sie Anfang der 1890er Jahre, wo durch die Einkreuzung von Dorking und bunten Sussex eine eigene Zuchtrichtung entstand, die abweichend von den silber-weizenfarbigen Faverolles deutlich mehr Rotanteile zeigte.

Lachshühner sind relativ schwere Hühner mit rechteckigem Körperbau, befederten Läufen, ausgeprägtem Bart, Einfachkamm und feischfarbigen, fünfzehigen Läufen. Die Hennen brüten nur in Einzelfällen.

Besonderheiten: Lachshühner sind eine fleischbetonte Zweinutzungsrasse mit ansprechender Legeleistung.

  • Bestand 2023: 309 Hähne / 1.326 Hennen
  • 168 Züchter
  • Charakteristika: Groß, bärtig, ruhig, friedlich, zutraulich
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,25 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 4,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: lachsfarbig; Sekundäre Farbenschläge: weiß
  • Legeleistung: 120-160 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: hellbraun bis braun
  • Förderung: keine

Deutsche Reichshühner

Die Deutschen Reichshühner entstanden um 1900 mit dem Ziel, ein Huhn mit hoher Lege- und  Fleischleistung zu erschaffen. So wurden bis 1907  die weißen aus jeweils weißen rosenkämmigen Orpington, Wyandotten, rosenkämmigen Minorka, La Fleche und möglicherweise auch Dorking sowie die Weiß-Schwarzcolumbia aus weißen rosenkämmigen Orpington, hellen Wyandotten, Minorka, Sundheimern und zum Teil aus hellen Brahma erzüchtet.

Deutsche Reichshühner haben eine gestreckte, abgerundete und waagerecht getragene Rechteckform, mittellanges Gefeder und rote Ohrlappen. Sie tragen einen Rosenkamm, dessen Dorn der Nackenlinie folgt und haben feischfarbige Läufe mit teils rötlichen Streifen an den Seiten. Der Bruttrieb ist teilweise vorhanden.

Besonderheiten: Deutsche Reichshühner sind Zweinutzungshühner, dass sich sowohl für die Eier- als auch für die Fleischproduktion eignen.

  • Bestand 2023: 231 Hähne / 1.027 Hennen
  • 148 Züchter
  • Charakteristika: Ruhig, gelassen und zutraulich, gute Mastfähigkeit
  • Gewicht (m): 2,3 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: weiß, weiß-schwarz-columbia; Sekundäre Farbenschläge: gestreift, rot, schwarz; Zwergform: Deutsche Zwerg-Reichshühner weiß-schwarzcolumbia
  • Legeleistung: 110-160 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: rahmgelb
  • Förderung: keine

Deutsche Sperber

Die Deutschen Sperber entstanden um 1900 in Duisburg aus gesperberten Bergischen Schlotterkämmen („Leiendeckern“), Minorka, grauen Schotten, gesperberten Italienern und gestreiften Plymouth Rocks. Das leistungsfähige und wirtschaftliche Huhn wurde ab 1903 zunächst als gesperberte Minorka gezüchtet und 1917, nach nochmaliger Hinzunahme von gesperberten chlotterkämmen, schließlich in Deutsche Sperber Groß, mittelhoch umbenannt.

Deutsche Sperber sind relativ große, kräftige Tiere mit typischer Landhuhnform, recht großem Einfachkamm, weißen Ohrscheiben und fleischfarbigen Läufen auf mittelhoher Stellung. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter.

Besonderheiten: Deutschen Sperber sind legebetonte Zweinutzungshühner, die eine stattliche Anzahl an großen, weißen Eiern legen.

  • Bestand 2023: 260 Hähne / 1.045 Hennen
  • 145 Züchter
  • Charakteristika: Groß, mittelhoch
  • Gewicht (m): 2,3 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gesperbert
  • Legeleistung: 150-200 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 60 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Deutsche Zwerghühner Wildfarbig basierte Farbenschläge

Die Deutschen Zwerghühner wurden zwischen 1913–1917 aus silber- und goldhalsigen Landzwerghühnern, Bantam, Altenglischen Zwergkämpfern,  Phönix und Bankivahühnern erzüchtet. Die ältesten Farbenschläge sind Goldhalsig, Silberhalsig und Wildfarbig, wobei Orangehalsige, Schwarze und Weiße bereits bei deren Erzüchtung anfielen. Sie sind die einzige heimische Rasse, die einen maßgeblichen Anteil der früher häufigen und vorwiegend in den Wildfarben-Varianten vorkommenden westeuropäischen Landzwerghühner trägt. 

Deutsche Zwerghühner zeigen eine besonders elegante, feingliedrige, reich und lang befederte Landhuhnform mit fießenden Linien und langen  Sichelfedern der Hähne. Sie tragen einen kleinen Einfachkamm, haben weiße, herzförmige Ohrscheiben und graublaue Läufe. Die Hennen sind gute Brüterinnen.

Besonderheiten: Trotz ihrer kleinen Statur liefern die Deutschen Zwerghühner eine beachtliche Menge relativ großer Eier. Dies ist besonders bemerkenswert, da es sich um einen Urzwerg und nicht um eine verzwergte Wirtschaftsrasse handelt.

  • Bestand 2023: 331 Hähne / 1.221 Hennen
  • 172 Züchter
  • Charakteristika: Elegant, lang befiedert, starker Bruttrieb
  • Gewicht (m): 750 g
  • Gewicht (w): 600 g
  • Ursprüngliche Farbenschläge: goldhalsig, orangehalsig, silberhalsig, wildfarbig; Sekundäre Farbenschläge: rotgesattelt
  • Legeleistung: 90-120 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 30 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis cremefarbig
  • Förderung: keine

Dresdner

Dresdner entstanden zwischen 1948 und 1953 aus einer gut legenden New Hampshire-Linie, Wyandotten und Rhodeländern mit der Zielsetzung, eine leistungsstarke Hühnerrasse mit Rosenkamm zu schaffen, die auch ungünstigen Wetterbedingungen gewachsen ist.

Es sind mittelgroße, kräftige Hühner mit gerundetem Körperbau, voller, dichter, mittellanger Befederung, roten Ohrlappen und gelben Läufen. Ihr Rosenkamm ist ein Erbe der Wyandotten, während sie ansonsten stark an ihre maßgeblichen Vorfahren, die New Hampshire, erinnern. Der Bruttrieb ist eher gering ausgebildet.

Besonderheiten: Dresdener sind wetterharte, ruhige und zutrauliche Hühner, die sich gut für die Zweinutzung eignen.

  • Bestand 2023: 416 Hähne / 1.879 Hennen
  • 228 Züchter
  • Charakteristika: Robust, kräftig, gute Futtersucher
  • Gewicht (m): 2,75 - 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 - 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: braun
  • Legeleistung: 100-170 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: gelbbraun
  • Förderung: keine

Federfüßige Zwerghühner Porzellanfarbigbasierte Farbenschläge

Die Vorfahren der Federfüßigen Zwerghühner sind  in Mitteleuropa schon seit ca. 1600 nachweisbar. Sie wurden früher auch als Englische Zwerghühner bezeichnet, die sowohl einfach- als auch rosenkämmig und bärtig oder bartlos vorkamen. Weiße und schwarze wurden 1883 in England präsentiert, porzellanfarbige 1886 in Deutschland. Die isabell-porzellanfarbigen sind aus den gold-porzellanfarbigen angefallen. 

Die Federfüßigen Zwerghühner haben eine breite, abgerundete Form, voll befederte Läufe mit ausgeprägter Mittelzehenbefederung, Federstulpen und säbelförmig gebogene Sicheln des Hahns. Sie sind einfachkämmig, haben rote Ohrlappen und werden sowohl ohne als auch mit Bart gezüchtet. Die Lauffarbe variiert je nach Farbenschlag von hornfarbig über schieferblau bis schwarz. Die Hennen zeigen gute Bruteigenschaften.

Besonderheiten: Federfüßige Zwerghühner liefern  eine ansprechende Menge an Eiern. Aufgrund ihrer Schönheit und Zutraulichkeit werden sie auch gerne in Ziergärten gehalten.

  • Bestand 2023: 818 Hähne / 2.841 Hennen
  • 402 Züchter
  • Charakteristika: Klein, zutraulich, gute Brüter
  • Gewicht (m): 750 g
  • Gewicht (w): 650 g
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gold-porzellanfarbig und isabell-porzellanfarbig mit und ohne Bart; Sekundäre Farbenschläge: schwarz mit weißen Tupfen, perlgrau mit weißen Tupfen, perlgrau, jeweils mit und ohne Bart
  • Legeleistung: 80-150 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 30 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis bräunlich
  • Förderung: keine

Ostfriesische Möwen

Die Ostfriesischen Möwen entstanden um 1900 aus den ursprünglich osteuropäischen Sprenkelhühnern. Ihre Heimat reicht von den friesischen Küstengebieten bis in den westfälischen Raum hinein. Ostfriesische Möwen sind mittelhoch gestellte Landhühner mit voller, langer Befederung, mittelgroßem Einfachkamm, weißen Ohrscheiben und schieferblauen Läufen. Charakteristisch ist die zur Flockung aufgelöste Sprenkelung, wobei die Hähne ungezeichnet sind. Die Tiere legen vorwiegend im Sommer und zeigen einen eher geringen Bruttrieb.

Im Rahmen des Projektes „RegioHuhn“ werden die Ostfriesischen Möwen auf ihr Potential zur Erzeugung von Kreuzungstieren für die Nutzung als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des BÖL gefördert. Ein Zuchtring widmet sich der Erhaltung der Rasse.

Besonderheiten: Die lebhaften Hühner sind bei freiem Auslauf sehr genügsam und zeigen eine ansprechende Legeleistung.

  • Bestand 2023: 213 Hähne / 924 Hennen
  • 135 Züchter
  • Charakteristika: Anspruchlos, wetterhart, gute Futtersucher
  • Gewicht (m): 2,5 - 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 - 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gold-schwarzgeflockt, silber-schwarzgeflockt
  • Legeleistung: 120-150 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: Niedersachsen

Rheinländer

Die Rheinländer wurden ab 1895 aus dem alten Eifeler Landhuhn und den Französichen Le Mans erzüchtet. Die Motivation war, ein leistungsstarkes Huhn zu schaffen, das gut an die Klimabedingungen des Mittelgebirgsraumes angepasst ist.
Nachdem es mehrfach bei Legewettbewerben als Sieger hervorging, fand es deutschlandweit Verbreitung, ging aber in den letzten Jahrzehnten stark zurück.

Rheinländer zeigen eine kastenförmige Landhuhnform mit waagerechter Haltung, voller  Befederung und ausgeprägter Besichelung des Hahns. Sie haben weiße Ohrscheiben, je nach Farbenschlag schiefergraue bis feischfarbige Läufe Förderungund tragen einen fein geperlten, der Nackenlinie folgenden Rosenkamm. Der Bruttrieb der Hennen ist gering.

Die Zwergform wurde ab 1916 aus der Großrasse und Landzwerghühnern erzüchtet.

Besonderheiten: Rheinländer sind besonders als ausgezeichnete Leger großer, weißer Eier bekannt.

  • Bestand 2023: 239 Hähne / 973 Hennen
  • 97 Züchter
  • Charakteristika: Robust, gute Futtersucher, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,0 - 2,75 kg
  • Gewicht (w): 1,75 - 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwart; sekundäre Farbenschläge: weiß, rebhuhnhalsig, gesperbert
  • Legeleistung: 140-200 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: ca. 60 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Sundheimer

Sundheimer wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Brahma, Dorking, Houdan, Faverolles und lokalen Hühnerschlägen erzüchtet. Bis 1905 kamen noch Sussex und Wyandotten, jeweils in Weiß-Schwarzcolumbia, hinzu. Erst nach dem ersten Weltkrieg mit stärkerer Fokussierung auf die Legeleistung wurde der heutige Typ herausgezüchtet.

Sundheimer sind mittelgroße, kräftige Hühner mit waagerechter Haltung, voluminösem Körper und voller, mittellanger Befederung. Sie haben einen Einfachkamm, rote Ohrlappen und feischfarbige, befederte Läufe. Besonders ältere Hennen brüten oft und führen die frohwüchsigen Küken zuverlässig.

Im Rahmen des Projektes „Öko2Huhn“ werden die  Sundheimer auf ihr Potential als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des BÖL gefördert.

Besonderheiten: Sundheimer sind eine feischbetonte Zweinutzungsrasse, die leicht mästbar ist und auch eine gute Legeleistung zeigt.

  • Bestand 2023: 610 Hähne / 2.593 Hennen
  • 353 Züchter
  • Charakteristika: Robust, kräftig, gute Winterleger, ruhig, zutraulich
  • Gewicht (m): 3,0 - 3,5 kg
  • Gewicht (w): 2,0 - 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: weiß-schwarzcolumbia
  • Legeleistung: 130-190 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: hell- bis dunkelbraun, teils punktiert
  • Förderung: keine

Vorwerkhühner

Die Entstehung des Vorwerkhuhnes entstammt der Idee, die Zeichnung der Lakenfelder auf ein Huhn mit gelbem Mantelgefeder zu übertragen. Hierzu wurden ab 1902 Lakenfelder mit gelben Orpington, Andalusiern und Hittfeldern (gelbe Ramelsloher) gekreuzt und erstmals 1912 präsentiert.

Vorwerkhühner sind kräftige, mittelgroße Landhühner mit breiter und tiefer, abgerundeter Rechteckform. Sie haben einen Einfachkamm, weiße Ohrscheiben, schieferblaue Läufe und eine volle, gut mittellange Befederung. Die Hennen brüten zwar nur gelegentlich, sind dann aber zuverlässige Glucken. Der Erhaltung der Rasse widmet sich seit 1999 der Erhaltungszuchtring für  Vorwerkhühner in der IEG.

Besonderheiten: Vorwerkhühner sind mittelschwere Zweinutzungshühner, die neben einer ansprechenden Zahl an Eiern auch feines Fleisch liefern. Sie sind wetterhart und eignen sich als gute Futtersucher besonders für die Freihaltung.

  • Bestand 2023: 1.055 Hähne / 4.589 Hennen
  • 586 Züchter
  • Charakteristika: Zutraulich, verträglich, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,5 - 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 - 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz-gelb
  • Brutleistung: 130-160 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: gelblich
  • Förderung: Niedersachsen

Westfälische Totleger

Die Heimat dieser südlichsten Variante der früher zusammenfassend als Totleger, Möwen oder Campiner bezeichneten Sprenkelhühner ist der westfälische Raum, speziell das Ravensburger Land. Mit Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten
Differenzierungen der in Kammform und Zeichnung noch heterogenen Bestände in die heutigen Rassen. Dabei wurde hier ein rosenkämmiger Typ mit gezeichneten Hähnen gefestigt, der den Name „Totleger“, abgeleitet von „Doutlejer“ für Dauerleger, erhielt.

Die Westfälischen Totleger sind mittelhoch gestellte Landhühner mit rechteckigem Körperbau, voller, langer Befederung, weißen Ohrscheiben, schieferblauen Läufen und fein geperltem Rosenkamm. Der Bruttrieb ist bei den Hennen kaum vorhanden.

Besonderheiten: Als typische Legerasse liegt der Fokus bei den Westfälischen Totlegern auf der Produktion von zahlreichen weißen Eiern.

  • Bestand 2023: 249 Hähne / 965 Hennen
  • 153 Züchter
  • Charakteristika: Wetterhart, lebhaft, gute Futtersucher
  • Gewicht (m): 2,0 - 2,5 kg
  • Gewicht (w): 1,5 - 2,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gold-silber
  • Brutleistung: 100-170 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 50 - 55 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Eingeführte Hühnerrassen:

Altsteirer

Die Altsteirer sind Nachfahren des alten steirischen Landhuhns. Ab 1902 wurden sie dann zur heutigen Form gezüchtet. Zu dieser Zeit gelangten sie auch nach Deutschland. Von den verschiedenen Farbvarianten überlebten nur die wildbraunen kontinuierlich. Ihr auffälligste Merkmal ist ein hinter dem Kamm ansetzender Federschopf. 

Altsteirer gelten als ausgesprochen robust gegenüber Krankheiten und verkraften extreme Witterungsbedingungen sehr gut. Der Bruttrieb ist bei den Hennen eher gering ausgeprägt. Im Rahmen des Projektes „RegioHuhn“ werden die Altsteirer auf ihr Potential zur Erzeugung von Kreuzungstieren für die Nutzung als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) gefördert.

Besonderheiten: Altsteirer sind eine legebetonte Zweinutzungsrasse, die neben einer hohen Anzahl  an Eiern auch hochwertiges Fleisch liefert.

  • Bestand 2023: 213 Hähne / 835 Hennen
  • 105 Züchter
  • Charakteristika: Robust, gute Futterwertung, wetterhart
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: wildbraun
  • Legeleistung: 180-210 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: elfenbeinweiß
  • Förderung: keine

Barnevelder

Barnevelder entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um die Stadt Barneveld in der niederländischen Provinz Gelderland aus einheimischen Landhühnern, Brahma, Langschan, goldenen Wyandotten, gelben Orpington, Rhodeländern, Indischen Kämpfern und Cochin. Nach Deutschland gelangten sie erstmals um 1920.

Es sind große, kräftige und robuste Hühner mit breitem Körper, Einfachkamm, roten Ohrlappen, gelben Läufen und voller, mittellanger Befederung. Die Hennen brüten eher selten.

Besonderheiten: Barnevelder sind klassische Zweinutzungshühner, die dunkelbraune, große Eier legen und eine reiche Ausbeute an Fleisch liefern.

  • Bestand 2023: 290 Hähne / 1.316 Hennen
  • 161 Züchter
  • Charakteristika: Groß, kräftig, robust, ruhig, zutraulich
  • Gewicht (m): 3,0 – 3,5 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 2,75 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: braun-schwarz-doppeltgesäumt; Secundäre Fabenschläge: schwarz, weiß
  • Legeleistung: 110-200 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 60 g
  • Eischalenfarbe: dunkelbraun
  • Förderung: keine

Brakel

Brakel repräsentieren den belgischen Zweig der ursprünglich osteuropäischen Sprenkelhuhnfamilie, ihr Name leitet sich von den Ortschaften Op-  und Nederbrakel ab. Nach Deutschland wurden sie 1895 eingeführt und temporär zu einer der am meisten verbreiteten Rassen. 

Brakel sind elegante, reich und lang befederte Landhühner mit bläulich-weißen Ohrscheiben, Einfachkamm, und schieferblauen Läufen. Ihre Sprenkelung ist in Form einer Bänderung ausgeprägt, die feiner ist als bei den Ostfriesischen Möwen und Westfälischen Totlegern. Wie bei den Totlegern weisen die Hähne dieselbe Zeichnung auf wie die Hennen. Sie sind lebhaft und überwiegend Nichtbrüter.

Besonderheiten: Brakel werden besonders für ihre großen weißen Eier geschätzt. Zudem liefern die jungen Hähne ein hochwertiges, feinfaseriges Fleisch.

  • Bestand 2023: 169 Hähne / 767 Hennen
  • 100 Züchter
  • Charakteristika: robust, schnellwüchsig, frühreif, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,0 – 2,75 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gold, silber
  • Legeleistung: 110-150 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 55-65 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Deutsche Wyandotten

Die Erzüchtung der Wyandotten folgte der Idee, eine große Version der Sebright züchten. Dazu kreuzte man ab 1865 Chittagong (verwandte der Cochin und Brahma) mit silber-schwarzgesäumten Paduanern, Hamburger Silberlack und silbernen Sebright. Ihren heutigen Namen erhielt die Rasse, obwohl es zwischen ihnen keinen direkten Zusammenhang gibt, von den Wyandot, einem Stamm indigener amerikanischer Bevölkerung. Nach Deutschland gelangten Wyandotten erstmals 1884, wo eine eigene Zuchtrichtung besteht. 

Deutsche Wyandotten zeigen eine abgerundete, volle Körperform, die im Rücken leicht aufsteigt und mit dem abgerundeten Schwanzgefeder endet. Sie haben eine faumreiche Befederung, einen mittelgroßen Rosenkamm, roten Ohrlappen und gelbe Läufe. Der Bruttrieb ist teilweise vorhanden. 

Besonderheiten: Als Zweinutzungshühner zeigen Wyandotten auch eine gute Mästbarkeit.

  • Bestand 2023: 262 Hähne / 1.035 Hennen
  • 142 Züchter
  • Charakteristika: ruhig, zutraulich, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 3,4 – 3,8 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gold-schwarz-gesäumt, silber-schwarzgesäumt, weiß; Sekundäre Farbenschläge: schwarz,
    gelb, gestreift, rebhuhnfarbig-gebändert, silberfarbig- gebändert, goldhalsig, silberhalsig, blau, gold-weißgesäumt, gold-blaugesäumt,  weiß-schwarz-columbia
  • Legeleistung: 130-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: gelb bis dunkelbraun
  • Förderung: keine

Italiener Einfarbig basierte Farbenschläge

Die Grundlage der heutigen Italiener bildeten norditalienische Landhühner, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedene Länder importiert wurden. Nach Deutschland gelangten sie 1870  auf dem Landweg über die Schweiz und wenig später (1872/73) aus den USA über die Zwischenstation England. Sowohl die schwarzen als auch die weißen Italiener wurden im Laufe ihrer weiteren Entwicklung durch Minorka beeinfusst.

Italiener sind elegante Landhühner mit gestrecktem Körper, eleganter Linienführung und voller, reicher Befederung. Sie haben gelbe Läufe, weiße bis cremefarbige Ohrscheiben und einen relativ großen, der Nackenlinie folgendem Einfachkamm, werden aber auch mit Rosenkamm gezüchtet. Die Hennen sind im Allgemeinen Nichtbrüter.

Besonderheiten: Italiener sind eine klassische Legerasse und als solche sehr gute, langjährige Leger von großen, weißen Eiern.

  • Bestand 2023: 292 Hähne / 1.451 Hennen
  • 135 Züchter
  • Charakteristika: Mittelgroß, schlank, stolz, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,25 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: Einfachkamm schwarz, weiß
  • Legeleistung: 130-190 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55-60 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Italiener Wildfarbig basierte Farbenschläge

Die Grundlage der heutigen Italiener bildeten norditalienische Landhühner, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedene Länder importiert wurden. Nach Deutschland gelangten sie 1870 auf dem Landweg über die Schweiz und wenig später (1872/73) aus den USA über die Zwischenstation England. 

Italiener sind elegante Landhühner mit gestrecktem Körper, harmonischer Linienführung und voller, reicher Befederung. Sie haben gelbe Läufe, weiße bis cremefarbige Ohrscheiben und einen relativ großen, der Nackenlinie folgendem Einfachkamm, werden aber auch mit Rosenkamm gezüchtet. Die Hennen sind im Allgemeinen Nichtbrüter.

Silberfarbige Zwerg-Italiener wurden ab 1924 in Deutschland aus der Großrasse und goldfarbigen Zwerg-Italienern erzüchtet.

Besonderheiten: Italiener sind eine klassische Legerasse und als solche sehr gute, langjährige Leger von großen, weißen Eiern.

  • Bestand 2023: 883 Hähne / 6.432 Hennen
  • 486 Züchter
  • Charakteristika: Mittelgroß, schlank, stolz, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,25 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: Einfachkamm rebhuhnhalsig, goldfarbig, silberfarbig; Sekundäre Farbenschläge
    (zusammengefasst über alle Gruppen der Italiener): Einfachkamm: Rotgesattelt, Orangefarbig, Kennfarbig, Blau, Gelb, Gold-Weißgesäumt, Gold-Blaugesäumt, Goldbraun-Porzellanfarbig; Rosenkamm: Rebhuhnhalsig, Goldfarbig, Silberfarbig,
    Blau-Rebhuhnhalsig, Blau- Goldfarbig, Schwarz, Weiß, Gestreift, Gelb; Zwergform: Zwerg-Italiener Einfachkamm silberfarbig
  • Legeleistung: 130-190 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 55-60 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Kraienköppe

Kraienköppe entstanden in der an Deutschland angrenzenden niederländischen Region Twente, wo man Mitte des 19. Jahrhunderts Belgische und Altenglische Kämpfer, Malaien und lokale Landhühner kreuzte, um ein Huhn für den Kampfplatz zu schaffen, das 1884/85 erstmals gezeigt wurde. Nach dem Verbot des Hahnenkampfes erfolgte mithilfe von silberhalsigen Niederländischen Leghorn eine Umzüchtung auf einen legebetonten Landhuhntyp. Die Einfuhr nach Deutschland erfolgte 1925.

Kraienköppe zeigen eine aufgerichtete Haltung mit den fießenden Linien und ausgeprägtem, voll besichelten Schwanz des Hahns. Sie haben ein kämpferartiges Kopfprofl mit einem kompakten, schmalen Wulstkamm und reduzierten Kehllappen. Die Ohrlappen sind rot, die Läufe gelb. Der Bruttrieb der Hennen ist eher gering.

Besonderheiten: Kraienköppe sind sehr gute Legehühner, die langjährig eine hohe Leistung erbringen.

  • Bestand 2023: 244 Hähne / 1.035 Hennen
  • 142 Züchter
  • Charakteristika: Stolze Landhuhnform, kämpferartiges Kopfprofil, gutes Legehuhn
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: silberhalsig, goldhalsig
  • Legeleistung: 130-160 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: gelblich
  • Förderung: keine

Lakenfelder

Die Vorfahren der Lakenfelder, Verwandte der ähnlich gezeichneten Brabanter Bauernhühner, sind niederländischen Ursprungs und wurden dort bereits 1727 aus der Ortschaft „Lakerveld“ beschrieben. Spätestens in den 1840er Jahren erschienen sie auch in Westfalen, wo eine gezielte Zucht betrieben wurde und sie so zum einheimischen Kulturgut avancierten.

Lakenfeder repräsentieren einen gestreckten Landhuhntyp mit langem, vollem Gefeder, Einfachkamm, weißen Ohrscheiben und blauen Läufen. Ihre Zeichnung sorgt dafür, dass die Hühner optisch dreigeteilt wirken: Kopfgefeder und Halsbehang sind ebenso das Hinterteil tief schwarz, während der dazwischenliegende Mantelgefeder weiß ist. Die Hennen sind zumeist Nichtbrüter.

Besonderheiten: Lakenfelder bestechen nicht nur durch ihre kontrastreiche Zeichnung, sie sind auch ansprechende Legehühner für die Freilaufaltung.

  • Bestand 2023: 322 Hähne / 1.327 Hennen
  • 191 Züchter
  • Charakteristika: Elegant, kontrastreich, gute Futtersucher
  • Gewicht (m): 1,75 – 2,25 kg
  • Gewicht (w): 1,5 – 2,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz-weiß
  • Legeleistung: 120-150 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 50-55 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Mechelner

Die Mechelner wurden um 1850 nahe der belgischen Stadt Mecheln aus Shanghais, Brahma und gesperberten fämischen Landhühnern erzüchtet. Später kamen noch Croad-Langschan und Brügger Kämpfer hinzu. Das Resultat waren große und schwere Fleischhühner, die um 1880 auch nach Deutschland kamen. Mechelner sind imposante Hühner mit einer breiten und tiefen Rechteckform, Einfachkamm und roten Ohrscheiben. Die relativ lockere Befederung ist mittellang und dicht. Die Läufe sind feischfarbig und an den Außenseiten befedert. Der Bruttrieb ist bei den Hennen vorhanden. 

2019 wurde in der Initiative zur Erhaltung alter Gefügelrassen e.V (IEG) ein Erhaltungszuchtring für gesperberte Mechelner gegründet. Im Rahmen des Projektes „RegioHuhn“ werden die Mechelner auf ihr Potential zur Erzeugung von Kreuzungstieren für die Nutzung als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des BÖL gefördert.

Besonderheiten: Mechelner sind ausgesprochene Fleischhühner, da sie leicht mästbar sind und große Mengen an feinem, weißem Fleisch liefern.

  • Bestand 2023: 260 Hähne / 1.036 Hennen
  • 176 Züchter
  • Charakteristika: Schwer, ruhig, zutraulich, brütig, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 4,0 – 5,0 kg
  • Gewicht (w): 3,0 – 4,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gesperbert, weiß
  • Legeleistung: 110-190 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 55-60 g
  • Eischalenfarbe: cremefarbig
  • Förderung: keine

Orpington

Die Orpington stammen aus der englischen Grafschaft Kent, wo sie auf „Orpington House“ erzüchtet wurden. Zu ihren maßgeblichen Vorfahren zählen Hühner aus dem Verwandtschaftskreis der Cochin, Brahma und Croad-Langschan. Nach Deutschland kamen sie in den 1880er und 1890er Jahren, wobei es zum Austausch zwischen den schwarzen und gelben Varianten kam.

Orpington sind große, stattliche Hühner mit ziemlich tiefer Stellung, reicher Befederung und der für sie typischen Würfelform. Die Lauffarbe variiert je nach Farbenschlag zwischen feischfarbig und schwarz, die Ohrlappen sind rot. Der Bruttrieb ist bei dieser Rasse noch gut ausgeprägt und wird im Alter stärker.

Besonderheiten: Orpington sind feischbetonte Zweinutzungshühner mit ruhigem und zutraulichem Wesen.

  • Bestand 2023: 276 Hähne / 1.035 Hennen
  • 184 Züchter
  • Charakteristika: Groß, kräftig, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 4,0 – 4,5 kg
  • Gewicht (w): 3,0 – 3,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gelb, schwarz; Sekundäre Farbenschläge: blau-gesäumt
  • Legeleistung: 110-160 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 53 g
  • Eischalenfarbe: cremefarbig
  • Förderung: keine

Rhodeländer

Die Rhodeländer entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts im US-Amerikanischen Bundesstaat Rhode Island. Ihre Hauptbasis bildeten Hühner aus dem Verwandtschaftskreis der Cochin, die auf eine hohe Legeleistung selektiert wurden. Hinzu kamen in geringem Umfang europäische Hühner der ersten Siedler. Nach Deutschland wurden die Rhodeländer im Jahr 1903 eingeführt.

Rhodeländer sind gut mittelgroße, kräftige Hühner in Rechteckform mit waagerechter Haltung, vollem, knapp mittellangem Gefeder, dunkelroter  Farbe und gelben Läufen. Neben den Einfachkämmigen gibt es auch eine seltene rosenkämmige Variante. Die Hennen brüten nur selten.

Besonderheiten: Rhodeläder sind leistungsstarke Zweinutzungshühner mit einer sehr guten Legeleistung, sie sind die maßgeblichen Vorfahren der weltweit verbreiteten Braunleger.

  • Bestand 2023: 340 Hähne / 1.357 Hennen
  • 172 Züchter
  • Charakteristika: Groß, kräftig, zutraulich, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 3,0 – 4,0 kg
  • Gewicht (w): 2,4 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: Einfach- und Rosenkamm dunkelrot
  • Legeleistung: 150-200 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 58 g
  • Eischalenfarbe: braun bis dunkelbraun
  • Förderung: keine

Sulmtaler

Ebenso wie die Altsteirer sind auch die Sulmtaler Nachfahren des alten Steirischen Landhuhnes, das vor Jahrhunderten aus der Kombination bodenständiger Landschläge mit Haubenhühnern aus dem Verwandtschaftskreis der Paduaner hervorgegangen ist. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu Einkreuzungen von Cochin, Brahma und Langschan, später auch Dorking und Houdan, bevor mit Tieren, deren Erscheinungsbild noch dem alten Typ entsprach, seit 1907 die Sulmtaler gefestigt wurden.

Sulmtaler sind schwere, tief gebaute, breite und kaum mittelhoch gestellte Hühner mit Schopf und dem charakteristischen Wickelkamm der Hennen. Die Läufe sind feischfarbig, die Ohrscheiben weiß bis rotweiß und das etwas locker getragene Gefeder voll entwickelt. Der Bruttrieb kommt besonders bei älteren Hennen zum Vorschein.

Besonderheiten: Sulmtaler sind klassische Zweinutzungshühner mit hervorragender Fleischqualität.

  • Bestand 2023: 286 Hähne / 1.211 Hennen
  • 179 Züchter
  • Charakteristika: Kräftig, ruhig, gute Winterleger, Schopf
  • Gewicht (m): 3,0 – 4,0 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gold-weizenfarbig
  • Legeleistung: 130-160 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 55-60 g
  • Eischalenfarbe: rahmfarbig bis hellbraun
  • Förderung: keine

Sussex Weiß-Schwarzcolumbia

Sussex entstanden in den südenglischen Grafschaften Sussex, Surrey und Kent als reines Nutzhuhn und wurden 1845 erstmals bei einer Schau präsentiert. Sie haben primär dieselbe Basis wie die ebenfalls südenglischen Dorking, wurden von diesen jedoch durch die Einkreuzung schwerer asiatischer Rassen sowohl geno- als auch phänotypisch getrennt. Die Weiß-Schwarzcolumbiafarbenen entstanden unter dem Einfuss von Brahma und Cochin. Nach Deutschland wurden sie 1903 eingeführt. 

Sussex zeigen einen breiten, tiefen, kastenförmigen und waagerecht getragenen Körper mit mittellanger Befederung, Einfachkamm, roten Ohrlappen und feischfarbigen Läufen. Der Bruttrieb ist bei den Hennen vorhanden. Die Zwergform wurde in England in den 1920er Jahren und in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg erzüchtet, wobei die Großrasse und weiße Deutsche Zwerghühner Verwendung fanden.

Besonderheiten: Sussex sind eine klassische feischbetonte Zweinutzungsrasse, die besonders für ihre hohen Eigewichte geschätzt wird.

  • Bestand 2023: 265 Hähne / 1.202 Hennen
  • 152 Züchter
  • Charakteristika: Groß, ruhig, zutraulich, gute Glucken
  • Gewicht (m): 3,0 - 4,0 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: weiß-schwarzcolumbia; Zwergform: Zwerg-Sussex weiß-schwarzcolumbia
  • Legeleistung: 120-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 60 g
  • Eischalenfarbe: gelb-gelbbraun, teils gesprenkelt
  • Förderung: keine

Welsumer

Welsumer wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in den beiden Orten Epe und Olst-Wijhe, zu dem auch der Ortsteil Welsum gehört, erzüchtet. Zuchtziel war ein ruhiges, leistungsstarkes Braunlegerhuhn für die Freilaufaltung. Die Ausgangsbasis waren heimische Landhühner, Orpington, Cochin, Dorking, Faverolles, Wyandotten, Brahma und Italiener. Die Einfuhr nach Deutschland erfolgte 1924/25.

Welsumer sind mittelschwere, walzenförmige und gestreckte Hühner mit vollem Bauch, waagerechter Haltung und mittellanger, dichter Befederung. Sie tragen einen Einfachkamm, haben rote Ohrlappen und gelbe Läufe. Der Bruttrieb der Hennen ist nur gering ausgeprägt.

Besonderheiten: Welsumer sind typische Zweinutzungshühner, die sich besonders durch ihre hohen Eigewichte auszeichnen.

  • Bestand 2023: 551 Hähne / 2.479 Hennen
  • 319 Züchter
  • Charakteristika: robust, gute Futtersucher, ruhiges Wesen
  • Gewicht (m): 2,75 – 3,25 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: rost-rebhuhnfarbig
  • Legeleistung: 130-150 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 65 g
  • Eischalenfarbe: dunkelbraun, z. T. dunkel getüpfelt
  • Förderung: keine

Letzte Aktualisierung 08.07.2026

Kompaktinformationen

Ein Screenshot von zwei Kompaktinfos; jeweils die erste Seite

BZL-Kompaktinformationen

Vogelgrippe, Newcastle Disease

Portrait einer braunen Legehennen im Auslauf.

Zu aktuellen Informationen

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Mehrere Schweine laufen der Kamera in einer eingestreuten Bucht entgegen.

Infos und Regelungen

Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf

Beratung & Wissenstransfer

Netzwerk Fokus Tierwohl

Logo des Netzwerks Fokus Tierwohl

Zu den Veranstaltungen

Nach oben
Nach oben