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Die Zuchtgeschichte der Augsburger begann um 1875 in der Nähe von Augsburg. Sie entstanden aus einer Kreuzung von schwarzen La Flèche und schwarzen Lamotta. Um 1920 wurde die Rasse von der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft als Nutzhuhn anerkannt. Es sind mittelgroße, kräftige Landhühner mit Kronenkamm, weißen Ohrscheiben, blauen Läufen und langer, voller Befederung. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter.
Am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Gefügel- und Kleintierhaltung in Kitzingen wurde ein Projekt durchgeführt, welches eine mögliche wirtschaftliche Nutzung der Rasse bewerten und damit zur Erhaltung und Förderung des Augsburger Huhnes beitragen soll. Auch im Rahmen des Projektes „RegioHuhn“ werden die Augsburger auf ihr Potential zur Erzeugung von Kreuzungstieren für die Nutzung als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des BÖL gefördert.
Besonderheiten: Augsburger sind in erster Linie eine Legerasse, die aber auch eine ansprechende Fleischleistung zeigt.
Die Vorfahren der Federfüßigen Zwerghühner sind in Mitteleuropa schon seit ca. 1600 nachweisbar. Sie wurden früher auch als „Englische Zwerghühner“ bezeichnet, die sowohl einfach- als auch rosenkämmig und bärtig oder bartlos vorkamen. Weiße und schwarze wurden 1883 in England präsentiert, Porzellanfarbige 1886 in Deutschland. Die Isabell-Porzellanfarbigen sind aus den Gold-Porzellanfarbigen angefallen.
Die schwarzen Federfüßigen Zwerghühner haben eine breite, abgerundete Form, voll befederte Läufe mit ausgeprägter Mittelzehenbefederung, Federstulpen und säbelförmig gebogene Sicheln des Hahns. Sind einfachkämmig, haben rote
Ohrlappen und werden sowohl ohne als auch mit Bart gezüchtet. Die Hennen zeigen gute Bruteigenschaften.
Besonderheiten: Aufgrund ihrer Schönheit und Zutraulichkeit werden schwarze Federfüßige Zwerghühner gerne in Ziergärten gehalten. Des Weiteren liefern sie eine ansprechende Menge an Eiern.
Niederrheiner entstanden um 1900 in den Niederlanden aus der Kombination von Mechelnern, blauen Belgischen Kämpfern, Faverolles, schwarzen Orpington, Langschan und gestreiften Plymouth Rocks. In den 1930er Jahren gelangten sie nach Deutschland, wo die Einkreuzung von Leghorn zu einem beweglicheren und höher gestellten neuen Typ führte, der 1943 zunächst als „Blaues Masthuhn“ und dann 1947 als „Blausperber“ offzielle Anerkennung fand.
Niederrheiner haben eine abgerundete Form, sind gut mittelgroß sowie breit und kräftig im Körperbau. Sie sind voll und mittellang befedert, tragen einen Einfachkamm, haben rote Ohrlappen und feischfarbige Läufe. Die Hennen brüten eher selten.
Besonderheiten: Niederrheiner sind klassische Wirtschaftshühner im Zweinutzungstyp mit guten Masteigenschaften.
1886 wurde begonnen, ein leistungsstarkes Huhn zu kreieren, das optimal an die unwirtlichen Klimabedingungen des Erzgebirges angepasst sein sollte. Hierzu wurden schwarze Minorka, die seinerzeit führende Legerasse, mit Deutschen Langschan gekreuzt, um so die Größe der frost- empfindlichen Minorka-Kämme zu reduzieren. Später kamen noch Sumatra und schwarze Italiener hinzu.
Sachsenhühner zeigen einen kräftigen, eleganten, etwas gestreckten Körper mit leicht ansteigender Rückenlinie und reicher Besichelung der Hähne. Sie tragen einen kleinen Einfachkamm und haben weiße Ohrscheiben. Der Bruttrieb tritt gelegentlich auf. Seit 2020 wird im Biosphärenreservat „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ ein Projekt zur Erhaltung der Rasse durchgeführt.
Besonderheiten: Sachsenhühner sind sowohl für die Eier- als auch für die Fleischproduktion geeignet. Besonders die leichte Aufzucht und die hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Klimabedingungen sprechen für die Rasse.
Als Basis der heutigen Thüringer Barthühner gilt ein Landschlag des Thüringer Waldes, der seinerzeit als „Pausbäckchen“ bezeichnet wurde und aus der Kombination der „Otterköpchen“ mit Haubenhuhn-Verwandten hervorging, die möglicherweise während des 30-jährigen Krieges von Böhmischen Einwanderern mitgebracht wurden. Erstmals beschrieben wurde die Rasse 1793, wobei seinerzeit besonders die gold- und silber-schwarzgetupften Erwähnung fanden.
Thüringer Barthühner zeigen einen mittelgroßen, walzenförmigen Landhuhntyp mit voller Befederung, waagerechter Haltung, eher kleinem Einfachkamm und, je nach Farbenschlag, schieferfarbigen bis feischfarbigen Läufen. Charakteristisches Merkmal ist der volle, ungeteilte Federbart mit Halskrause, der die Ohrscheiben und sehr kleinen Kehllappen komplett verdeckt. Der Bruttrieb ist eher gering ausgebildet.
Besonderheiten: Thüringer Barthühner sind vornehmlich Legehühner, können aber aufgrund ihrer fülligen Körperform auch gut gemästet werden.
Als Basis der heutigen Thüringer Barthühner gilt ein Landschlag des Thüringer Waldes, der seinerzeit als „Pausbäckchen“ bezeichnet wurde und aus der Kombination der „Otterköpchen“ mit Haubenhuhn-Verwandten hervorging, die möglicherweise während des 30-jährigen Krieges von Böhmischen Einwanderern mitgebracht wurden. Die einfarbig basierten Farbenschläge weisen einen deutlichen Einfuss von Rassen im halbasiatischen Typ, insbesondere Australorps, auf Thüringer Barthühner zeigen einen mittelgroßen, walzenförmigen Landhuhntyp mit voller Befederung, waagerechter Haltung, eher kleinem Einfachkamm und, je nach Farbenschlag, schieferfarbigen bis feischfarbigen Läufen. Charakteristisches Merkmal ist der volle, ungeteilte Federbart mit Halskrause, der die Ohrscheiben und sehr kleinen Kehllappen komplett verdeckt. Der Bruttrieb ist eher gering ausgebildet.
Besonderheiten: Thüringer Barthühner sind vornehmlich Legehühner, können aber aufgrund ihrer fülligen Körperform auch gut gemästet werden.
Die Grundlage der heutigen Leghorn bilden norditalienische Landhühner, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedene Länder importiert wurden. Diese Ausfuhr erfolgte zum nicht unbeträchtlichen Teil über den Hafen von Livorno (englisch Leghorn), was der Rasse letztlich ihren internationalen Namen einbrachte. Die seit etwa 1850 etablierte amerikanische Zuchtlinie wurde auf eine hohe Legeleistung selektiert und kam um 1910 nach Europa.
Amerikanische Leghorn sind elegante weiße Landhühner mit Einfachkamm, weißen Ohrscheiben, gelben Läufen und langer Befederung. Die Hennen zeigen im Allgemeinen keinen Bruttrieb.
Besonderheiten: Amerikanische Leghorn sind in erster Linie eine Legerasse. Sie waren früher das weltweit am meisten verbreitete Farmhuhn und bilden die Grundlage der weißen Legehybriden.
Die Wiege der Hamburger Lackhühner steht nicht etwa in Norddeutschland, sondern ist innerhalb der alten Landhuhnpopulationen Englands zu verorten. Die Basis der Hamburger Silberlack begegnen uns in Form der Mondhühner oder
Lancashire Mooneys. Schon damals wurden Gold- und Silberlack weitgehend getrennt gezüchtet.
Nach Deutschland gelangten sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hamburger Silberlack zeigen eine, elegante, fasanenartige, voll und lang befederte Landhuhnform. Sie tragen einen Rosenkamm mit langem, gerade auslaufendem Dorn,
haben weiße Ohrscheiben, schieferblaue Läufe und sind etwas größer und kräftiger als die Goldlack. Die „Silberlack-Zeichnung“ ist eine schwarze Tupfung auf silberner Grundfarbe. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter. Die Zwergform entstand Ende des 19. Jahrhunderts in England aus der Großrasse, Silber-Sebright und Bantam.
Besonderheiten: Obwohl eher wie Zierhühner wirkend, sind Hamburger Silberlack sehr gute Legehühner.
Unsere europäischen Nackthalshühner stammen aus dem Balkanraum und wurden Ende des 19. Jahrhunderts aus Siebenbürgen eingeführt. Ihre eigentlichen Wurzeln liegen aber wohl in Kleinasien, worauf nicht zuletzt auch die früher gebräuchliche Bezeichnung „Türkisches Huhn“ hinweist. Die ältesten Darstellungen europäischer nackthalsiger Hühner datieren auf das Jahr 1701. Die Rasse wurde erstmals 1875 in Wien präsentiert, zwei Jahre später dann auch in Deutschland.
Nackthalshühner sind kräftige, gut mittelgroße Hühner mit leicht abfallender Rechteckform, federfreiem Hals, Kropf und Brustkiel sowie knappem, fest anliegendem Gefeder. Hinter dem Kamm tragen sie einen Federschopf. Die Tiere haben rote Ohrlappen und können sowohl einfach- als auch rosenkämmig vorkommen. Die Läufe sind je nach Farbenschlag dunkel schie-
fergrau bis feischfarbig. Gelegentlich kommen brütende Hennen vor.
Besonderheiten: Nackthalshühner zeichnen sich als Leger zahlreicher, weißlicher Eier sowie durch ihre gute Mastfähigkeit aus.
Die Vorfahren der Orloff sind bartlose, hochbeinige Hühner mit gelben Läufen, die zwischen 1737 und 1741 mehrfach unter dem Namen Gilanki oder Gilanski aus der persischen, südwestlich an das Kaspische Meer angrenzenden Provint Gilan nach Russland eingeführt und dort mit den heimischen, bärtigen Uschanka gekreuzt wurden. Genetische Analysen zeigten zudem, dass auch asiatische Hühner vom Typ der Brahma an ihrer Entstehung mitwirkten. Nach Deutschland wurden Orloff zwischen 1884 und 1910 eingeführt.
Orloff sind kräftige, aufgerichtete Hühner mit gelben, gut mittellangen Läufen und besonders bei den Hähnen leicht abfallender Haltung. Blickfang sind die Kopfpunkte mit dem ausgeprägten Bart, der „Halskrause“, den perlfarbigen bis orangeroten Augen und dem kleinen Wulstkamm. Der Bruttrieb ist bei den Hennen vorhanden.
Besonderheiten: Orloff sind gute Legehühner mit ausgesprochen ruhigem und friedfertigem Wesen.
Um 1860 wurden die gestreiften Plymouth Rock aus Java, Dominikanern, Brahma und Cochin in Neuengland erzüchtet. 1869 erstmals in Massachusetts ausgestellt, gelangten die Tiere 1879 nach Deutschland. In Amerika wurde die normale Sperberung der Federn zu der heute bekannten gestreiften Zuchtrichtung umgezüchtet, was ab 1908 auch in die deutsche Zucht übernommen
wurde. Aus den gestreiften Tieren wurden im Laufe der Zeit die anderen Farbenschläge erzüchtet.
Plymouth Rock erinnern in ihrer Form und Figur an Brahma und Cochin, wirken aber weitaus eleganter. Sie besitzen eine volle Brust sowie ein volles Hinterteil, was dem Rumpf eine ovale Form gibt. Der Schwanz ist kurz und wird beim Hahn mit breiten Sicheln getragen.
Besonderheiten: Da Plymouth Rock als Wirtschaftsrasse erzüchtet wurde, ist auch der Nutzwert dieser Tiere sehr hoch. Sie liefern viele große, dunkelgelbe Eier sowie beachtliche Fleischmengen, da die Tiere zu den größten Rassen zählen.
Letzte Aktualisierung 08.07.2026