Stark gefährdete Hühnerrassen Stark gefährdete Hühnerrassen

Heimische Hühnerrassen:

Bergische Kräher

Bergische Kräher gehören zu den ältesten einheimischen Hühnerrassen. Sie entstanden im 18. Jahrhundert im Herzogtum Berg aus eingeführten Langkrähern des Balkanraumes und Landhühnern aus dem Verwandtschaftskreis der Bergischen Schlotter- kämme und Krüper. Sie waren ursprünglich eine reine Langkräherrasse mit variierendem Typ und Farbbild, die ausschließlich auf den verlängerten Krähruf selektiert wurde. 

Bergische Kräher sind recht hochgestellte, aufgerichtete Hühner mit langem, schlanken Körper und teils nach oben gewölbtem Rücken. Sie tragen einen Einfachkamm, haben weiße Ohrscheiben und blaue Läufe. Die Dobbelung ist eine Abwandlung der Tupfung. Aus den Goldbraun-gedobbelten fallen bis heute gelegentlich auch cremefarbig-gedobbelte Tiere an. Die Hennen brüten nur selten. Bergische Zwerg-Kräher wurden in den 1920er Jahren aus der Großrasse und schwarzen Deutschen Zwerghühnern erzüchtet.

Besonderheiten: Der Krähruf der Bergischen Kräherhähne ist stark verlängert und kann bis über 10 Sekunden andauern. Die Hennen sind ansprechende Legerinnen.

  • Bestand 2023: 62 Hähne / 236 Hennen
  • 35 Züchter
  • Charakteristika: Lebhaft, Langkräher, gute Futtersucher
  • Gewicht (m): 3,0 – 3,5 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz-goldbraun gedobbelt
  • Legeleistung: 130 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 56 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis leicht cremefarbig
  • Förderung: keine

Deutsche Langschan

Deutsche Langschan sind die deutsche Zuchtrichtung der aus dem nordöstlichen, an Sibirien grenzenden Teil Chinas stammenden Croad-Langschan, die von 1879 bis 1883 durch mehrere Importe nach Deutschland gebracht wurden. Hier wurde dann, beginnend in den 1880er Jahren und unter dem Einfuss von schwarzen Plymouth Rocks, Minorka und Sumatra, eine glattfüßige
Variante zunächst im ursprünglichen schwarzen Farbenschlag etabliert. 

Unterschiede zu den Croad-Langschan bestehen in der Laufefederung, die bei den Deutschen Langschan komplett fehlt, sowie in der Rückenlinie, die bei den Croad-Langschan lyraförmig verläuft, bei den Deutschen Langschan hingegen kontinuierlich ansteigt. Wie ihre Vorfahren sind Deutsche Langschan sehr gute Brüter. Deutsche Zwerg-Langschan entstanden bereits ab 1902 aus der Großrasse und verschiedenen Zwerghuhnrassen.

Besonderheiten: Die stattlichen Tiere eignen sich als Zweinutzungsrasse gleichermaßen zur Eierproduktion und Fleischgewinnung, wobei die Fleischnutzung im Vordergrund steht.

  • Bestand 2023: 71 Hähne / 341 Hennen
  • 35 Züchter
  • Charakteristika: Groß, ruhig, zutraulich, gute Brüter, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 3,0 – 4,5 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz; Zwergform: Deutsche Zwerg-Langschan schwarz
  • Legeleistung: 100 -150 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 58 g
  • Eischalenfarbe: stroh- bis braungelb
  • Förderung: Schleswig-Holstein 

Deutsche Zwerghühner Einfarbig basierte Farbenschläge

Die Deutschen Zwerghühner wurden zwischen 1913–1917 aus silber- und goldhalsigen Landzwerghühnern, Bantam, Altenglischen Zwergkämpfern, Phönix und Bankivahühnern erzüchtet. Die ältesten Farbenschläge sind goldhalsig, silberhalsig und wildfarbig, wobei orangehalsige, schwarze und weiße bereits bei deren Erzüchtung anfielen. Sie sind die einzige heimische Rasse, die einen maßgebichen Anteil der früher häufgen und vorwiegend in den wildfarbenen Varianten vorkommenden
westeuropäischen Landzwerghühner trägt. 

Deutsche Zwerghühner zeigen eine besonders elegante, feingliedrige, reich und lang befederte Landhuhnform mit fließenden Linien und langen Sichelfedern der Hähne. Sie tragen einen kleinen Einfachkamm, haben weiße, herzförmige Ohrscheiben und
graublaue Läufe. Die Hennen sind gute Brüterinnen.

Besonderheiten: Trotz ihrer kleinen Statur liefern die Deutschen Zwerghühner eine beachtliche Menge relativ großer Eier. Dies ist besonders bemerkenswert, da es sich bei der Rasse um einen Urzwerg und nicht um eine verzwergte Wirtschaftsrasse handelt.

  • Bestand 2023: 50 Hähne / 202 Hennen
  • 28 Züchter
  • Charakteristika: Elegant, lang befiedert, starker Bruttrieb
  • Gewicht (m): 750 g
  • Gewicht (w): 600 g
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz, weiß
  • Legeleistung: 90-120 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 30 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis cremefarbig
  • Förderung: keine 

Federfüßige Zwerghühner Weiß

Die Vorfahren der Federfüßigen Zwerghühner sind in Mitteleuropa schon seit ca. 1600 nachweisbar. Sie wurden früher auch als „Englische Zwerghühner“ bezeichnet, die sowohl einfach- als auch rosenkämmig und bärtig oder bartlos vorkamen. Weiße und schwarze wurden 1883 in England präsentiert, Porzellanfarbige 1886 in Deutschland. Die Isabell-Porzellanfarbigen sind aus den Gold-Porzellanfarbigen angefallen.

Die weißen Federfüßigen Zwerghühner haben eine breite, abgerundete Form, voll befederte Läufe mit ausgeprägter Mittelzehenbefederung, Federstulpen und säbelförmig gebogene Sicheln des Hahns. Sind einfachkämmig, haben rote Ohrlappen und werden sowohl ohne als auch mit Bart gezüchtet. Die Hennen zeigen gute Bruteigenschaften.

Besonderheiten: Aufgrund ihrer Schönheit und Zutraulichkeit werden weiße Federfüßige Zwerghühner gerne in Ziergärten gehalten. Des Weiteren liefern sie eine ansprechende Menge an Eiern.

  • Bestand 2023: 53 Hähne / 192 Hennen
  • 31 Züchter
  • Charakteristika: Klein, zutraulich, gute Brüter
  • Gewicht (m): 750 g
  • Gewicht (w): 600 g
  • Ursprüngliche Farbenschläge: weiß
  • Legeleistung: 80-120 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 30 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis bräunlich
  • Förderung: keine

Krüper

Die Basis der Krüper bildeten kurzbeinige westfälische Landhühner mit rot-weißen Ohrscheiben und variierender Farbgebung. Sie wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Bergische  Land verbracht, wo es durch die Mischung mit Bergischen Landhuhnschlägen und Minorka zur Entwicklung der größeren und kräftigeren Bergischen Krüper kam. 1916 wurden sie als Krüper zusammengefasst. Von zunächst mehreren Farbvarianten konnten nur die schwarzen  kontinuierlich erhalten werden. 

Krüper zeigen einen gestreckten, waagerecht getragenen Körper  mit langer, voller Befederung, Einfachkamm und weißen Ohrscheiben. Hervorstechendes Merkmal  sind die verkürzten, je nach Farbenschlag schiefer- bis feischfarbigen Läufe. Von ihnen leiten sich alte Namen wie „Erdhennle“, „Dachshühner“ oder „Kriechhühner“ ebenso wie der offzielle Name Krüper (vgl. Englisch „creeper“) ab. Seit 2024 sind  auch langbeinige Tiere offziell anerkannt. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter.

Besonderheiten: Krüper sind gute Legehühner für kleine bis mittlere Haltungen.

  • Bestand 2023: 26 Hähne / 93 Hennen
  • 18 Züchter
  • Charakteristika: Kurzbeinig, gute Futtersucher, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 1,75 – 2,5 kg
  • Gewicht (w): 1,5 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz
  • Legeleistung: 90-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: Schleswig-Holstein

Ramelsloher

Ramelsloher sind Nachfahren des weißen Vierländer Landhuhnes, das bereits vor 1780 gezüchtet wurde. Nachdem es im Bestand stark zurückgegangen war, begann ab 1870 ein Neuaufau, wobei  besonders Tiere aus dem Ort Ramelsloh südlich von Hamburg eine bedeutende Rolle spielten. Um 1890 wurde durch die Hinzunahme fehlfarbiger Andalusier der heutige Typ entwickelt. 

Ramelsloher sind mittelhoch gestellte, kräftige Landhühner mit walzenförmigem Körper, mittellanger, voller Befederung, mittelgroßem Einfachkamm, bläulich-weißen Ohrscheiben, dunklen Augen und blauen Beinen. Der Bruttrieb ist eher gering ausgebildet. Im Rahmen des Projektes „RegioHuhn“ werden die Ramelsloher auf ihr Potential zur Erzeugung von Kreuzungstieren für die Nutzung als Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft getestet. Das Projekt wird im Rahmen des BÖL gefördert.

Besonderheiten: Als typisches Zweinutzungshuhn eignen sich die Ramelsloher sowohl zur Eier-, als auch zur Fleischproduktion. Früher war die Rasse zur Produktion von Stubenküken sehr beliebt.

  • Bestand 2023: 38 Hähne / 160 Hennen
  • 18 Züchter
  • Charakteristika: Lebhaft, gute Futtersucher, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: weiß; sekundäre Farbenschläge: gelb
  • Legeleistung: 110-170 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 56 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Eingeführte Hühnerrassen:

Andalusier

Die Andalusier sind, wie auch die Minorka, Spanier  und Kastilianer, Nachfahren des alten spanischen Landhuhns. Blau gefärbte Tiere dieses Schlages wurden Mitte des 19. Jahrhunderts nach England eingeführt und unter dem Einfuss von blauen Altenglischen Kämpfern, Minorka und Spaniern zum heutigen Typ geformt. 1872 wurden sie erstmals in Deutschland eingeführt.

Andalusier sind stolze und relativ hochgestellte Landhühner mit voller, langer Befederung. Sie tragen einen Einfachkamm, haben weiße Ohrscheiben und blaue Läufe. Die Hennen brüten nur selten.

Besonderheiten: Andalusier sind gute Legehühner, die sich besonders durch hohe Eigewichte auszeichnen. Sie sind der Inbegriff des blau gesäumten Huhns, dessen Farbe und Zeichnung zur Defnition dieses Farbenschlages diente.

  • Bestand 2023: 74 Hähne / 293 Hennen
  • 37 Züchter
  • Charakteristika: Zutraulich, elegant, stolz
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: blau-gesäumt
  • Legeleistung: 150-170 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 58 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Breda

Benannt nach ihrer Heimatstadt Breda in Nordbrabant, wurden Hühner dieses Typs, also mit Laufefederung und reduzierter Haube, bereits um 1600 beschrieben und dargestellt. Breda gehören also wie die Brabanter zu den ältesten europäischen Hühnerassen und haben als einziges westeuropäisches Haubenhuhn die Fußbefederung der Vorfahren aller Haubenhühner, der
russischen Pawlowskaja, beibehalten. In Deutschland werden sie seit den 1870er Jahren gezüchtet.

Mit ihrem Napfamm, dem kleinen Schopf, den Geierfersen, den befederten Läufen und den säbelförmig gebogenen Sicheln des Hahns weisen die Breda eine ganze Reihe von Besonderheiten auf. Die mittelgroßen Hühner sind relativ hoch gestellt, die Ohrscheiben weiß, die Läufe je nach Farbenschlag schiefergrau bis feischfarbig. Die Hennen brüten nur selten.

Besonderheiten: Noch im 19. Jahrhundert waren die Breda eine der schwersten und mastfähigsten niederländischen Hühnerrassen.

  • Bestand 2023: 42 Hähne / 127 Hennen
  • 24 Züchter
  • Charakteristika: Napfkamm, Schopf, stolze Haltung
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz-gesperbert, weiß, blau-gesäumt
  • Legeleistung: bis zu 120 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis leicht cremefarbig
  • Förderung: keine

Croad-Langschan

Bevor es in Deutschland Croad-Langschan und  Deutsche Langschan gab, sprach man ausschließlich von Langschan. Diese Hühner stammten aus dem nordöstlichen, an Sibirien grenzenden Teil Chinas und kamen sowohl glattfüßig als auch mit befederten Läufen vor. Der Name der Rasse leitet sich vom Langshan-Gebirge (=Wolfsberg) im Norden Chinas ab. Von dort aus wurden sie 1872 nach England und von 1879 bis 1883 durch mehrere Importe nach Deutschland gebracht. Später erfolgte ein erneuter Import aus den USA.

Croad-Langschan sind große, relativ hoch gestellte Hühner mit breitem und tiefem Körper, Einfachkamm, roten Ohrlappen und je nach Farbenschlag dunkel- bis hellblauen leicht befederten Läufen. Der Bruttrieb der Hennen ist stark ausgebildet.

Besonderheiten: Zusammen mit den Brahma und Cochin sind die Croad-Langschan die maßgeblichen Vorfahren der Zweinutzungsrassen im halbasiatischen Typ. Sie sind ansprechende Leger großer dunkelbrauner Eier.

  • Bestand 2023: 40 Hähne / 140 Hennen
  • 22 Züchter
  • Charakteristika: Groß, ruhig und zutraulich, gute Brüter, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 3,75 – 4,25 kg
  • Gewicht (w): 3,0 – 3,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz, weiß
  • Legeleistung: 90-140 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 58 g
  • Eischalenfarbe: dunkelbraun
  • Förderung: keine

Dominikaner

Dominikaner entstanden Ende des 18. Jahrhunderts in den USA. Sie gelten als älteste nordamerikanische Rasse und dürften hauptsächlich Nachfahren von importierten englischen Hühnerrassen, vermutlich aus dem Verwandtschaftskreis der Grauen Schotten (Scots Grey) oder Dorking, und schweren asiatischen Rassen sein. Nach Deutschland wurden sie in den 1870er Jahren als Wirtschaftshuhn eingeführt. Hier erst wurde durch die Einkreuzung Grauer Schotten und Sumatra der hiesige, ungemein elegante Landhuhntyp geschaffen. 

Dominikaner sind mittelgroße Landhühner mit fießenden Linien, Rosenkamm, roten Ohrlappen, gelben Beinen und langer, voller Befederung. Typisch ist der kleine „Otter-“ oder „Schlangenkopf“, der den amerikanischen Tieren in dieser Form fehlt. Ihre Sperberung ist sehr fein und gleichmäßig ausgebildet ist. Die Hennen brüten gelegentlich.

Besonderheiten: Dominikaner sind hervorragende Leger, die sich sehr gut für die Freilaufaltung im Hof eignen.

  • Bestand 2023: 37 Hähne / 143 Hennen
  • 20 Züchter
  • Charakteristika: Robust, elegant, gute Futtersucher
  • Gewicht (m): 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: gesperbert
  • Legeleistung: 170-230 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55-60 g
  • Eischalenfarbe: hellbraun
  • Förderung: keine

Dorking

Dorking gehören zu den ältesten Hühnerrasse überhaupt und entstammen der ersten Einfuhrwelle des Haushuhns nach Mitteleuropa, die mit der keltischen Expansion in der Eisenzeit die britischen Inseln erreichte. Schon vor 2000 Jahren beschrieb der römische Schriftsteller Columella fünfzehige britische Hühner, die im Typ den heutigen Dorking ähnelten. Auch konnten genetische Untersuchungen zeigten, dass es sich um eine ursprünglich rein europäische Rasse handelt.

Dorking zeigen einen breiten, kastenförmigen Landhuhntyp, der sich durch seine Größe von anderen Landhuhnrassen abhebt. Sie kommen sowohl in der einfachkämmigen als auch rosenkämmigen Variante vor, haben überwiegend rote Ohrlappen, feischfarbige fünfzehige Läufe und eine lange volle Befederung. Der Bruttrieb ist bei den Hennen vorhanden.

esonderheiten: Dorking sind nicht nur gute Zwei- nutzungshühner, sondern auch ein einmaliges, unwiederbringliches Kulturgut der europäischen Haustierzucht.

  • Bestand 2023: 40 Hähne / 150 Hennen
  • 31 Züchter
  • Charakteristika: Groß, zutraulich, ruhig, verträglich
  • Gewicht (m): 3,5 – 4,5 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,5 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: silber-wildfarbig, silberhalsig, gold-wildfarbig, goldhalsig, weiß, gesperbert; jeweils mit Einfach- oder Rosenkamm
  • Legeleistung: 100-140 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 55 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Hamburger Schwarz

Die schwarzen Hamburger haben dieselben Wurzeln wie die Gold- und Silberlack und gehen auf einen schwarzen Lancashire-Schlag dieses alten englischen, bereits im 18. Jahrhundert bekannten Landhuhntyps zurück. Durch die Hinzunahme von Spaniern und Minorka wurden sie etwas kräftiger als ihre getupften Verwandten und von diesen auch reproduktiv getrennt. Nach Deutschland gelangten sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Schwarze Hamburger zeigen eine, elegante, fasanenartige, voll und lang befederte Landhuhnform. Sie tragen einen Rosenkamm mit langem, gerade auslaufendem Dorn, haben weiße Ohrscheiben, schieferblaue Läufe und sind größer und kräfger als die Goldlack. Das Gefeder hat einen leuchtenden und ausgeprägten Grünglanz. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter.

Besonderheiten: Obwohl eher wie Zierhühner wirkend, sind schwarze Hamburger sehr gute Legehühner.

  • Bestand 2023: 37 Hähne / 218 Hennen
  • 12 Züchter
  • Charakteristika: Elegant, feingliedrig, gute Leger
  • Gewicht (m): 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht (w): 1,5 – 2,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz
  • Legeleistung: 170-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 56 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: Schleswig-Holstein

Hamburger Sprenkel

Die Vorfahren der Hamburger Sprenkel gelangten  Anfang des 19. Jahrhunderts von der Nordseeküste  nach England, wo sie in ihrer heutigen Form gefestigt wurden. Sie sind nahe Verwandte der Brakel, Westfälischen Totleger, Friesenhühnern und Ostfriesischen Möwen. Mit den Assendelftern wird in den Niederlanden noch heute eine rosenkämmige Varianten der Friesenhühner gezüchtet, die dem Urtyp der Hamburger Sprenkel sehr nahesteht. Nähere Verwandtschaftsbeziehungen zu den Gold- und Silberlack bestehen nicht. Nach Deutschland gelangten sie Ende des 19. Jahrhunderts. Hamburger Sprenkel sind
elegante, voll und lang befederte Landhühner mit Rosenkamm, langem, gerade auslaufendem Dorn, weißen Ohrscheiben und schieferblauen Läufen. Die Hähne sind ungezeichnet, hennenfedrige Hähne sind jedoch auch anerkannt. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter.

Besonderheiten: Obwohl eher wie Zierhühner wirkend, sind Hamburger Siberlack sehr gute Legehühner.

  • Bestand 2023: 31 Hähne / 174 Hennen
  • 21 Züchter
  • Charakteristika: Elegant, feingliedrig, gute Leger
  • Gewicht (m): 1,5 – 2,0 kg
  • Gewicht (w): 1,0 – 2,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: goldsprenkel,silbersprenkel
  • Legeleistung: 150-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 53 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: Schleswig-Holstein

Italiener Gestreift

Die Grundlage der heutigen Italiener bildeten norditalienische Landhühner, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts in verschiedene Länder importiert wurden. Nach Deutschland gelangten sie 1870 auf dem Landweg über die Schweiz und wenig später (1872/73) aus den USA über die Zwischenstation England. 

Die gestreiften Italiener wurden  im Laufe ihrer weiteren Entwicklung stark durch gestreifte Plymouth Rocks beeinfusst. Italiener sind elegante Landhühner mit gestrecktem Körper, harmonischer Linienführung und voller, reicher Befederung. Sie haben gelbe Läufe, weiße bis cremefarbige Ohrscheiben und einen relativ großen, der Nackenlinie folgendem Einfachkamm, werden aber auch mit Rosenkamm gezüchtet. Die Hennen sind im Allgemeinen Nichtbrüter.

Die Zwergform entstand in den 1930er Jahren in Deutschland aus der Großrasse, schwarzen Zwerg- Italienern und gestreiften Zwerg-Plymouth-Rocks.

Besonderheiten: Italiener sind eine klassische Legerasse und als solche sehr gute, langjährige Leger von großen, weißen Eiern.

  • Bestand 2023: 38 Hähne / 174 Hennen
  • 26 Züchter
  • Charakteristika: Mittelgroß, schlank, stolz, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,75 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: Einfachkamm gestreift, Zwergform: Zwerg-Italiener Einfachkamm gestreift
  • Legeleistung: 130-190 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 55-60 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Italiener Schwarz-Weißgescheckt

Die schwarz-weißgescheckten Italiener stammen  von norditalienischen Landhühnern ab, die 1851 über den Hafen von Ancona nach England verbracht wurden und in den 1890er Jahren den Weg nach Deutschland fanden. Während sie in den meisten Ländern als eigene Rasse mit dem Namen Ancona geführt werden, wurden sie in Deutschland den Italienern zugeordnet.

Italiener sind elegante Landhühner mit gestrecktem Körper, harmonischer Linienführung und voller, reicher Befederung. Sie haben gelbe Läufe, weiße bis cremefarbige Ohrscheiben und einen relativ großen, der Nackenlinie folgendem Einfachkamm, werden aber auch mit Rosenkamm gezüchtet. Die Hennen sind im Allgemeinen Nichtbrüter.

Die Zwergform entstand in Deutschland ab 1946  aus der Großrasse sowie schwarzen, silberfarbigen und goldfarbigen Zwerg-Italienern.

Besonderheiten: Italiener sind eine klassische  Legerasse und als solche sehr gute, langjährige  Leger von großen, weißen Eiern.

  • Bestand 2023: 56 Hähne / 324 Hennen
  • 30 Züchter
  • Charakteristika: Mittelgroß, schlank, stolz, gute Winterleger
  • Gewicht (m): 2,225 – 3,0 kg
  • Gewicht (w): 1,75 – 2,25 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: Einfachkamm schwarz-weißgescheckt, Zwergform: Zwerg-Italiener Einfachkamm schwarz-weißgescheckt
  • Legeleistung: 130-190 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 55-60 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

La Flèche

La Flèche sind im französischen Department Sarthe aus der Kombination von Haubenhühnern aus dem Verwandtschaftskreis der Crèvecoeur und bodenständigen Landschlägen vom Typ der Le Mans hervorgegangen. Daneben werden auch Dorking und Nordfranzösische Kämpfer als zusätzliche mögliche Ahnen genannt. Nach Deutschland kam die Rasse in den 1860er Jahren.

La Flèche zeigen einen gestreckten, hochgestellten und leicht abfallenden Körperbau, eine volle, lange Befederung, weiße Ohrscheiben und je nach Farbenschlag dunkel schieferfarbige bis feischfarbige Läufe. Am auffälligsten ist der Kopf  mit dem typischen Hörnerkamm und dem kleinen Federschopf. Die Hennen brüten selten.

Besonderheiten: La Flèche sind nicht nur sehr gute Leger großer weißer Eier, sondern werden auch als ausgezeichnete Tafelhühner geschätzt.

  • Bestand 2023: 63 Hähne / 233 Hennen
  • 37 Züchter
  • Charakteristika: Hörnerkamm, hohes Eigewicht, hohe Fleischqualität
  • Gewicht (m): 3,0 – 3,5 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: schwarz
  • Legeleistung: bis zu 180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 60 g
  • Eischalenfarbe: weiß bis leicht rosafarben
  • Förderung: keine

Minorka

Minorka sind genau wie die Spanier, Andalusier und Kastilianer Nachfahren des alten Spanischen Landhuhnes. Sie wurden um 1780 von der Baleareninsel Menorca nach England gebracht und dort als Rasse gefestigt. Als seinerzeit bestes Legehuhn weltweit geltend, wurden sie in den 1870er Jahren auch nach Deutschland eingeführt, wo sie zahlreiche Rassen züchterisch beeinfussten.

Minorka sind kräftige, gut mittelhoch gestellte Hühner mit gerundeter Rechteckform und stolzer, aufgerichteter Haltung. Sie sind voll und lang befedert und tragen meist einen großen, der Nackenlinie folgenden Einfachkamm, werden aber Förderung auch mit Rosenkamm gezüchtet. Typisch sind die großen weißen, substanzvollen Ohrscheiben. Die Hennen sind Nichtbrüter. Nachdem schon zuvor in England vorhanden, entstand die Zwergform in  Deutschland in den 1920er Jahren aus der Großrasse und Deutschen Zwerghühnern.

Besonderheiten: Minorka sind eine klassische Legerasse im Mittelmeertyp, die auch heute noch gute Leistungen erbringen kann.

  • Bestand 2023: 53 Hähne / 223 Hennen
  • 25 Züchter
  • Charakteristika: Stolz, elegant, große, weiße Eier
  • Gewicht (m): 2,5 – 3,5 kg
  • Gewicht (w): 2,25 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: Einfachkamm schwarz, weiß; Zwerg-Minorka Einfachkamm schwarz, weiß
  • Legeleistung: 130-170 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: 60-65 g
  • Eischalenfarbe: weiß
  • Förderung: keine

Sussex Braun-Porzellanfarbig

Sussex entstanden in den südenglischen Grafschaften Sussex, Surrey und Kent als reines Nutzhuhn und wurden 1845 erstmals bei einer Schau präsentiert. Sie haben primär dieselbe Basis wie die ebenfalls südenglischen Dorking, wurden von diesen jedoch durch die Einkreuzung schwerer asiatischer Rassen sowohl geno- als auch phänotypisch getrennt. Die braun-porzellanfarbigen
(früher als bunte bezeichnet) sind die älteste und dem Urtyp am nächsten stehende Variante. Nach Deutschland wurden sie 1903 eingeführt.

Sussex zeigen einen breiten, tiefen, kastenförmigen und waagerecht getragenen Körper mit mittellanger Befederung, Einfachkamm, roten Ohrlappen und feischfarbigen Läufen. Der Bruttrieb ist bei den Hennen vorhanden.

Besonderheiten: Sussex sind eine klassische feischbetonte Zweinutzungsrasse, die besonders für ihre hohen Eigewichte geschätzt wird.

  • Bestand 2023: 36 Hähne / 149 Hennen
  • 23 Züchter
  • Charakteristika: Robust, ruhig, zutraulich, gute Glucken
  • Gewicht (m): 3,0 – 4,0 kg
  • Gewicht (w): 2,5 – 3,0 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: braun-porzellanfarbig
  • Legeleistung: 120-180 Eier / Jahr
  • Bruteigewicht: mindestens 60 g
  • Eischalenfarbe: gelb bis gelbbraun, teils gesprenkelt
  • Förderung: keine

Letzte Aktualisierung 08.07.2026

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Vogelgrippe, Newcastle Disease

Portrait einer braunen Legehennen im Auslauf.

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Mehrere Schweine laufen der Kamera in einer eingestreuten Bucht entgegen.

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