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Die Bergischen Schlotterkämme sind im Herzogtum Berg aus heimischen Landhühnern hervorgegangen, die in er zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Minorka kombiniert wurden. Sie sind die nächsten Verwandten der Krüper. Von ursprünglich mehreren Farbvarianten überlebten nur die schwarzen kontinuierlich.
Bergische Schlotterkämme zeigen eine typische Landhuhnform mit walzenförmigem Körper, mittelhoher Stellung und langer Befederung. Die Ohrscheiben sind weiß, die Läufe beim schwarzen Farbenschlag schiefergrau.
Die Bezeichnung „Schlotterkamm“ rührt daher, dass sich der große Einfachkamm bei legenden Hennen leicht zur Seite neigt und bei Bewegungen hin und her wackelt. Die Hennen brüten jedoch nur selten.
Besonderheiten: Bergische Schlotterkämme sind primär eine Legerasse, die speziell für ihre großen Eier geschätzt wird.
Brabanter gehören zu den ältesten europäischen Hühnerrassen. Wie alle Haubenhühner gehen sie auf osteuropäische Ursprungspopulationen zurück, die im Zuge von Handelsbeziehungen nach Mittel- und Westeuropa kamen. Hühner ihres Typs mit Spitzhaube und Halbmondsäumung wurden bereits 1668 dargestellt. In Deutschland werden sie spätestens seit 1806 gezüchtet und wurden schon bei der ersten Gefügelschau in Görlitz 1854 gezeigt.
Ihre auffälligsten Merkmale sind die charakteristische Sitzhaube, der Bart und der V-förmige Hörnerkamm. Sie zeigen eine leichte, feingliedrige, etwas aufgerichtete Körperform mit voller, langer Befederung, kleinen weißen verdeckten Ohrscheiben und blaugrauen bis fleischfarbigen Läufen. Die Hennen brüten nur selten.
Besonderheiten: Die Brabanter verkörpern eine sehr ursprüngliche Form der Haubenhühner. Dabei sind sie recht gute Legehühner, die über mehrere Jahre eine konstante Leistung zeigen.
Seit der frühen Neuzeit kamen osteuropäische Haubenhühner auf verschiedenen Wegen nach Süd-, Mittel- und Westeuropa, wo sie sich lokal und zum Teil unter Beteiligung heimischer Landhühner, zu eigenen, bodenständigen Rassen entwickelten. So entstanden in der Normandie im Umfeld des Ortes Crève-Cœur-en-Auge die schon um das 16. Jahrhundert beschriebenen Crèvecœur, die zur Steigerung der Körpermasse einen Dorking-Input erhielten. Nach Deutschland kam die ursprünglich ausschließlich schwarze Rasse schon 1857.
Crèvecœur zeigen eine massive, rechteckige Landhuhnform mit waagerechter Haltung, Rundhaube, vollem Bart und je nach Farbenschlag schwarzen bis fleischfarbigen Läufen. Ihr Kamm, ein als Geweihkamm bezeichneter Hörnerkamm, besteht aus zwei relativ großen Hörnern, die an ein lateinisches V erinnern. Der Bruttrieb ist eher gering ausgebildet.
Besonderheiten: Crèvecœur gelten als ausgezeichnete Masthühner mit hervorragender Fleischqualität und ansprechender Legeleistung.
Die Wiege der Hamburger Lackhühner steht nicht etwa in Norddeutschland, sondern ist innerhalb der alten Landhuhnpopulationen Englands zu verorten. Die Basis der Hamburger Goldlack begegnen uns in Form der Samthosenhühner oder Yorkshire Pheasants. Schon damals wurden Gold- und Silberlack weitgehend getrennt gezüchtet.
Nach Deutschland gelangten sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hamburger Goldlack zeigen eine elegante, fasanenartige, voll und lang befederte Landhuhnform. Sie tragen einen Rosenkamm mit langem, gerade auslaufendem Dorn,
haben weiße Ohrscheiben, schieferblaue Läufe und sind etwas kleiner und leichter als die Silberlack.
Die „Goldlack-Zeichnung“ ist eine schwarze Tupfung auf goldener Grundfarbe. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter. Die Zwergform entstand in den 1920er Jahren in Deutschland aus Großrasse, Zwerg-Hamburger Silberlack, Gold-Sebright und Bantam.
Besonderheiten: Obwohl eher wie Zierhühner wirkend, sind Hamburger Goldlack sehr gute Legehühner.
Hühner vom Typ der Houdan waren bereits im 17. Jahrhundert bekannt und sind Nachfahren osteuropäischer Haubenhühner. Sie entstanden im Großraum Paris und entwickelten sich unter dem Einfuss von Dorking zu einer der wichtigsten französischen Wirtschaftsrassen. Die Einfuhr nach Deutschland erfolgte in den 1860er und 1870er Jahren.
Houdan sind Vollhaubenhühner mit Kugelhaube, Bart und haben einen aus zwei Blättern bestehenden Schmetterlingskamm, der an ein Elchgeweih erinnert. Der kräftige Körper ist rechteckig, breit und tief, die Befederung voll und gut mittellang. Wie die Dorking-Vorfahren sind sie fünfzehig. Es sind sehr ruhige und zutrauliche Tiere, der Bruttrieb der Hennen ist eher gering. Die Zwergform wurde in den 1940er Jahren aus der Großrasse und vorwiegend schwarzen Zwerg-Paduanern erzüchtet.
Besonderheiten: Houdan sind gute Wirtschaftshühner im Zweinutzungsbereich mit besonders ruhigem und zutraulichem Wesen.
Spanier sind, ebenso wie die Minorka, Andalusier und Kastilianer, Nachfahren des Jahrhunderte alten Spanischen Landhuhns. Erste Hinweise auf die heutige Zuchtform lassen sich bis ca. 1680 zurückverfolgen, als französische Hugenotten
weißgesichtige Hühner in London hielten; gesicherte Belege aus dem Mittelmeerraum datieren auf die Zeit um 1815. Nach Deutschland gelangte sie erstmals 1844.
Spanier sind mittelgroße, relativ hoch stehende Hühner mit stolzer Haltung, walzenförmigem Körper, gut mittelgroßem Einfachkamm, orangeroten Augen, schieferfarbigen Läufen und voller, langer Befederung. Das herausragende
Rassemerkmal sind die weißen Gesichter, die durch eine Verschmelzung der recht großen, weißen Ohrscheiben mit der ebenfalls weißlich eingefärbten Gesichtshaut entstehen. Die Hennen sind überwiegend Nichtbrüter.
Besonderheiten: Spanier sind durch ihre weißen Gesichter sehr auffällige Hühner, die eine ansprechende Zahl großer weißer Eier legen.
Bestand 2023: 16 Hähne / 65 Hennen
9 Züchter
Charakteristika: Stolz, weißes Gesicht, zutraulich
Gewicht (m): 2,5 – 3,0 kg
Gewicht (w): 2,0 – 2,5 kg
Farbenschläge: schwarz
Legeleistung: 100-130 Eier / Jahr
Bruteigewicht: 50 bis über 60 g
Eischalenfarbe: weiß
Förderung: keine
Letzte Aktualisierung 07.07.2026