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Viele heimische und alte Hühnerrassen sind in ihrem Bestand gefährdet. Gleichzeitig ist der Erhalt der genetischen Vielfalt für die Zucht entscheidend. Heimische und bodenständige Hühnerrassen werden entsprechend ihrer Gefährdung eingestuft.
Für Hühner, Gänse, Enten, Puten und Tauben hat daher der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen in seinem „Arbeitskreis Kleintiere“ sowohl die Defnition als auch die „Liste einheimischer und bodenständiger Gefügelrassen in Deutschland“ erarbeitet. Mitgewirkt haben der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V. (BDRG), die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) und die Initiative zur Erhaltung alter Gefügelrassen e.V. (IEG).
Insgesamt sind auf der Liste einheimischer und bodenständiger Gefügelrassen in Deutschland 61 Hühnerrassen vertreten. Als bodenständig gelten Rassen bzw. Schläge, die in Deutschland eingeführt wurden und sich etabliert haben. Viele einheimische und bodenständige Hühnerrassen sind in ihrem Bestand gefährdet.
Im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Großtieren, bei denen das Tierzuchtgesetz die Defnition für einheimische Rassen vorgibt, fehlt diese gesetzliche Festlegung beim Gefügel, weshalb der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen in Zusammenarbeit mit den oben genannten Organisationen die Aufgabe übernommen hat.
Als grundlegend für den Erhalt der Vielfalt der Hühnerrassen gelten besonders die primären, das heißt ursprünglichen Populationen, die bei einem Verschwinden nicht wieder reproduzierbar wären. Für diese empfiehlt das Expertengremium spezielle Fördermaßnahmen.
Zur Einstufung der Gefährdung werden die Parameter der Populationsgröße und der Anzahl der Züchterinnen und Züchter und daraus resultierend die Gefährdungskennzahl, GK, herangezogen. Die Gefährdungskennzahl ermittelt sich aus den Zahlen der Zuchttiere sowie die der Züchterinnen und Züchter aller primären Farbenschläge einer Rassen.
Die Rassen bzw. Schläge werden entsprechend ihrer Gefährdung in vier Gefährdungskategorien unterteilt, wobei in jeder Kategorie nach einheimischen und bodenständigen Populationen unterschieden wird.
Einheimische Nutztierrassen in Deutschland - Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2025
Die Broschüre gibt einen Überblick über alle in Deutschland einheimischen Nutztierrassen und den Grad ihrer Gefährdung: von den Großtierarten über Geflügel bis hin zu Kaninchen. Sie beinhaltet Rasseportraits und informiert über die Förderung der Zucht und Haltung bestimmter Rassen.
In der diesjährigen Liste gibt es zwei Neuerungen: Die Geflügelliste wurde aktualisiert und differenziert nun zwischen Geflügelrassen, die in Deutschland entstanden sind und Rassen, die ab 1949 hier gezüchtet wurden. Erstmalig werden zwei Eselrassen gelistet.
Rote Liste einheimischer und gefährdeter Nutztierrassen (Broschüre)
Der beste Weg, bedrohte Rassen und Schläge zu erhalten, ist ihre Nutzung. Ergänzend dazu tragen Genbanken bei, in denen tiefgefrorenes Material, wie zum Beispiel Sperma gefährdeter Populationen aufbewahrt wird.
Erfolgreiche Erhaltungsarbeit leisten die Zuchtverbände, die vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V., von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) und der Intitiative zur Erhaltung alter Geflügelrassen e.V. unterstützt werden. Auch Zoos und Tierparks leisten einen wichtigen Beitrag. Der Staat fördert die Zucht gefährdeter Nutztierrassen unter anderem im Rahmen des "Nationalen Fachprogramms zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen in Deutschland“.
Die Beschreibungen der Rassen sind der Broschüre “Rote Liste einheimischer und gefährdeter Nutztierrassen” entnommen. Wir danken insbesondere dem Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V. für die Bereitstellung von Bildern.
Letzte Aktualisierung 07.07.2026