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Die Anzahl an Tagen mit über 25 Grad nimmt seit Jahren zu. Doch hohe Temperaturen reduzieren bei Schweinen sowohl die Futteraufnahme als auch die Tageszunahmen, wodurch sich die Mastdauer verlängert. Bild: Landpixel
Hitzestress bei Schweinen kann vermieden werden. Verschiedene Maßnahmen helfen Schweinen, heiße Sommertemperaturen zu ertragen.
Hitzestress muss vermieden werden. Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, stehen Schweinehalterinnen und Schweinehalter regelmäßig vor der Herausforderung, ihre Tiere vor Hitzestress zu bewahren. Denn bereits ab einer Außentemperatur von 25 Grad Celsius wird es für Schweine kritisch. Ihre Atemfrequenz steigt und sie benötigen Abkühlung. Außerdem saufen die Tiere dann mehr und fressen weniger.
Länger anhaltende Hitze kann zu gesundheitlichen Komplikationen wie Kreislaufproblemen, Schwäche und Durchfall führen. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität und Kannibalismus häufen sich. Umso wichtiger ist es, bereits bei der Planung und beim Bau von Schweineställen an deren Kühlung zu denken und alle begleitenden Faktoren zu optimieren.
| Temperatur | Verhalten |
|---|---|
| 16 bis 17 °C | Beginn des Suhlens, Reduzierung der Haufenbildung |
| 18 °C | zunehmend mehr Schweine liegen auf dem Spaltenboden |
| 19 °C | Beginn des Kotens auf die planbefestigten Flächen |
| 20 °C | Zunahme der Wasserdampfproduktion |
| 22 °C | Erhöhung der Atemfrequenz, Reduzierung der Gesamtwärmeproduktion |
| 25 °C | Reduzierung der Futteraufnahme - das begrenzt die täglichen Zuwächse und das Allgemeinbefinden der Tiere |
| 25 bis 26 °C | Anstieg der Rektaltemperatur |
| Quelle: Wilfried Brede, Vortrag "Hitzestress bei Scheinen vermeiden, eventuelle Probleme erkennen und zielorientiert lösen" am 2. Juni 2021, Webinar "Projekt Netzwerk Fokus Tierwohl" der Landwirtschaftskammer Niedersachsen | |
Direkte Sonneneinstrahlung führt zu einer starken Aufheizung des Stalls. Mit folgenden Maßnahmen kann ein Großteil der Wärme draußen gehalten werden:
Die effektivste Maßnahme zur Kühlung eines Schweinestalles ist eine gute Wärmedämmung:
Auch die Stalllüftung hilft, Hitzestress bei Schweinen zu vermeiden:
Wichtig ist die regelmäßige Reinigung der Lüftungsanlage einschließlich Zu- und Abluftkanäle und Vorfilter. Denn durch abgelagerten Staub verengen sich die Querschnitte der Luftkanäle und die Gitter der Ventilatoren und die Lüftungsanlage büßt an Leistung ein.
Kühle Liegeflächen unterstützen die Ableitung der Körperwärme. In der Natur nutzen Schweine hierzu alle Möglichkeiten einer Suhle. Im Stall suchen die Tiere nach kühlenden Untergründen, auf die sie sich legen können wie zum Beispiel Gussroste oder Beton. Spaltenböden und Buchtenwände aus Plastik leiten Wärme nur schlecht ab und wirken eher isolierend. In Abteilen, die mit Stroh eingestreut werden, sollte jahreszeitabhängig die Menge an Einstreu an die Außentemperatur angepasst werden, um Schweinen den Kontakt zu kühlem Boden zu ermöglichen.
Um den Schweinen mehr Raum zum Abkühlen zu geben und die Luftzirkulation in den Abteilen zu verbessern, sollten die Belegdichten im Stall möglichst gering gehalten werden.
Werden Schweine im Freiland gehalten, benötigen sie zum Schutz vor Hitze ausreichend Schattenplätze. Diese Funktion übernehmen beispielsweise Bäume und Hecken oder auch Unterstände. Sie sollten aus Aluminium oder Stahl bestehen, damit sie das Sonnenlicht möglichst gut reflektieren. Bewährt haben sich ein weißer Anstrich und das Abdecken mit Ästen oder reflektierender Folie.
Um bei Hitze die innere Temperatur halten zu können, erhöhen Schweine ihre Wasseraufnahme. Ab einer Umgebungstemperatur im Stall von 22 Grad Celsius steigt der Wasserbedarf pro Tier um 1,45 Prozent mit jedem Grad an. Deshalb spielt der ständige uneingeschränkte Zugang zu frischem Wasser eine entscheidende Rolle.
Schweine vermindern die Verdauungswärme, indem sie die Futteraufnahme absenken. Damit die Tiere auch an heißen Sommertagen genügend Energie aufnehmen, helfen folgende Maßnahmen:
Besonders in der warmen Jahreszeit ist die Troghygiene im Stall von entscheidender Bedeutung:
Jede Aktivität, mit der die Ruhe der Schweine im Stall unterbrochen wird, führt bei den Tieren zu einer zusätzlichen Wärmeproduktion. Deshalb sollten alle Routinearbeiten am Tier – zum Beispiel das Umstallen oder Impfen - früh am Morgen oder spät abends erfolgen, wenn es draußen noch kühler ist. Vor allem in den frühen Nachmittagsstunden, wenn die Hitze am größten ist, sollte Aufregung im Stall vermieden werden, um die Schweine zu schonen.
Letzte Aktualisierung 26.03.2026