Deutsche Ziegenrassen Einheimische und gefährdete Ziegenrassen

Gefährdete und heimische Ziegenrassen

Unsere einheimischen Ziegenrassen sind in ihrem Bestand gefährdert.  Alle drei einheimischen Ziegenrassen hat das Nationale Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen in Deutschland - wie auch schon in den Vorjahren - der Kategorie Beobachtungspopulation zugeordnet. 

Die Einstufung der einheimischen Nutztierrassen in die Gefährdungskategorien erfolgt hautpsächlich durch die rechnerisch ermittelte Effetive Populationsgröße. Das Nationale Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen in Deutschland unterscheidet dabei

  • Phänotypische Erhaltungspopulation,
  • Erhaltungspopulation,
  • Beobachtungspopulation,
  • nicht gefährdet.

Gemäß Tierzuchtgesetz (TierZG) § 10 (4) legt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung den Gefährdungsstatus der einheimischen Nutztierrassen in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen fest.  

Als gefährdete Populationen gelten diejenigen, die eine eingeschränkte Effektive Populationsgröße aufweisen. Diese sind unter Beobachtung zu stellen. Gleichzeitig wird empfohlen, bei solchen Populationen Samen- und Embryonen-Kryokonservierungsprogramme zu initiieren.

Die Lagerung von kryokonserviertem Samen, Eizellen und Embryonen in der Deutschen Genbank für Landwirtschaftliche Nutztiere ist ein wichtiger Baustein für den Erhalt der genetischen Diversität bedrohter Nutztierrassen. Insbesondere der Aufbau einer tragfähigen Kernreserve von jeweils 100 Besamungsportionen pro Vatertier von 25 möglichst unverwandten Vatertieren ist bei weitem nicht für alle gefährdeten Nutztierrassen erreicht. Neben der Langzeitkonservierung von genetischem Material rückt mittlerweile der aktive Einsatz von Tiefgefriersperma in der Zucht gefährdeter Rassen in den Fokus.

Erhalt durch Zucht

Rassenvielfalt und damit einhergehend die genetische Vielfalt sind von zunehmender Bedeutung für die Tierzucht. Erfolgreiche Erhaltungsarbeit für gefährdete Rassen leisten die Zuchtverbände. Ihre Bemühungen werden vor allem durch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) unterstützt. Auch Zoos und Tierparks leisten einen wichtigen Beitrag. Der Staat unterstützt die Zucht gefährdeter Nutztierrassen unter anderem über das Nationale Fachprogramms.

Projekt KryoZiege lagert Genmaterial ein

Ziel des Vorhabens ist es, eine möglichst hohe genetische Diversität in der Ziegenpopulation zu etablieren und gleichzeitig in der Genbank abzubilden. Für die drei gefährdeten einheimischen Ziegenrassen - Bunte Deutsche Edelziege, Thüringer Wald Ziege und Weiße Deutsche Edelziege -identifizieren daher die Projektnehmer, die GEH und das Friedrich Loeffler-Institut (FLI), im Projekt KryoZiege die genetisch und züchterisch wichtigsten Zuchtböcke und lagern deren Spermaportionen für die Deutsche Genbank ein.  

Dies soll modellhaft Wege aufzeigen, wie im Zusammenspiel zwischen der Deutschen Genbank für landwirtschaftliche Nutztiere, der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH), den Zuchtverbänden und Züchtern eine effektive Erhaltungszucht unter Einbeziehung von Kryoreserven gestaltet und gleichzeitig die Deutsche Genbank weiterentwickelt werden kann. Das im Projekt erarbeitete, grundsätzliche Vorgehen kann zukünftig auf andere gefährdete Nutztierpopulationen übertragen werden. Das Projekt KryoZiege zählt zu den Modell- und Demonstrationsvorhaben Biologische Vielfalt. 

Einheimische Nutztierrassen in Deutschland - Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2025

Die Broschüre gibt einen Überblick über alle in Deutschland einheimischen Nutztierrassen: von den Großtierarten über Geflügel bis hin zu Kaninchen. Sie beinhaltet Rasseportraits und informiert auch über die Förderung der Zucht und Haltung bestimmter Rassen.

In der diesjährigen Liste gibt es zwei Neuerungen: Die Geflügelliste wurde aktualisiert und differenziert nun zwischen Geflügelrassen, die in Deutschland entstanden sind und Rassen, die ab 1949 hier gezüchtet wurden. Erstmalig werden zwei Eselrassen gelistet.

Hier geht es zur Broschüre

Bunte Deutsche Edelziege

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden pigmentierte Ziegen wie die Frankenziege, die Schwarzwaldziege, die Rhönziege und die Erzgebirgsziege aus züchterischen Gründen zur Bunten Deutschen Edelziege (BDE) zusammengefasst. 

Auch die Braune Harzer Ziege, für die inzwischen kein eigenständiges Zuchtprogramm mehr geführt wird und dessen Zuchttiere in das Zuchtprogramm der BDE integriert wurden, gilt als Subpopulation der BDE. Bei der Einstufung in die Gefährdungskategorien hatte der Fachbeirat jedoch auch schon zuvor die Braune Harzer Ziege als Subpopulation der BDE angesehen. 

Die Gefährdung wird anhand der summierten Bestandszahlen errechnet. Die auf hohe Milchleistung gezüchtete Bunte Deutsche Edelziege ist anspruchsvoller als die ursprünglichen Schläge. 

Besonderheiten: Die BDE ist eine hochproduktive Milchziege, die sich auch für die Landschaftspflege eignet.

  • Bestand 2023:  5.490 Ziegen / 150 Böcke
  • Charakteristika: Fruchtbar, widerstandsfähg, langlebig
  • Gewicht (m): 70 – 100 kg
  • Gewicht (w): 55 – 75 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: braun
  • Milchleistung: 800 - 1.000 kg/Jahr
  • Förderung: Bayern, Hessen, Niedersachsen, NRW, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Schleswig-Holstein

Thüringer Wald Ziege

Die Thüringer Wald Ziege entstand um 1900 in Thüringen aus bodenständigen thüringischen Landschlägen, in die über einen begrenzten Zeitraum Schweizer Toggenburger Ziegen eingekreuzt wurden. 

Hieraus entstand eine Rasse, die sich durch ihr dunkelbraunes Haarkleid, einer weißen Gesichtsmaske und dem fehlenden Aalstrich leicht von der Bunten Deutschen Edelziege unterscheidet. Die Thüringer Wald Ziege wurde speziell für die im Thüringer Wald herrschenden, teils rauen, Bedingungen gezüchtet. 

Derzeit läuft ein vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördertes Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Populationsmanagement bei der Thüringer Wald Ziege, bei dem unter anderem Anpaarungsempfehlungen zur Verbesserung des Gesundheitsstatus abgeleitet werden sollen.

Besonderheiten: Den extrem robusten und widerstandsfähigen Tieren machen harte Winter und hohe Niederschlagsmengen kaum etwas aus, was die Rasse vor allem für den Einsatz in der Landschaftspflege prädestiniert.

  • Bestand 2023:  1.692 Ziegen / 147 Böcke
  • Charakteristika: Fruchtbar, widerstandsfähg, langlebig
  • Gewicht (m): 70 – 100 kg
  • Gewicht (w): 40 – 70 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: braun, schwarz
  • Milchleistung: 700 - 1.000 kg/Jahr
  • Förderung: Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, NRW, Sachsen-Anhalt, Thüringen 

Weiße Deutsche Edelziege

Um eine breitere Zuchtbasis zu erhalten, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts die weißen Schläge heimischer Ziegen zur Weißen Deutschen Edelziege zusammengefasst und zur Steigerung der Milchleistung mit der Schweizer Saanenziege veredelt.

Besonderheiten: Bei der Weißen Deutschen Edelziege handelt es sich um eine hochproduktive Milchziege mit Eignung zur Landschaftspflege.

  • Bestand 2023:  3.374 Ziegen / 119 Böcke
  • Charakteristika: Frühreif, fruchtbar, widerstandsfähg, langlebig
  • Gewicht (m): 70 – 100 kg
  • Gewicht (w): 55 – 75 kg
  • Ursprüngliche Farbenschläge: braun
  • Milchleistung: 800 - 1.000 kg/Jahr
  • Förderung: Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, NRW, Sachsen, Schleswig-Holstein

Letzte Aktualisierung 22.07.2026

Kompaktinformationen

Ein Screenshot von zwei Kompaktinfos; jeweils die erste Seite

BZL-Kompaktinformationen

Vogelgrippe, Newcastle Disease

Portrait einer braunen Legehennen im Auslauf.

Zu aktuellen Informationen

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Mehrere Schweine laufen der Kamera in einer eingestreuten Bucht entgegen.

Infos und Regelungen

Tierwohl-Kompetenzzentrum Schaf

Beratung & Wissenstransfer

Netzwerk Fokus Tierwohl

Logo des Netzwerks Fokus Tierwohl

Zu den Veranstaltungen

Nach oben
Nach oben