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Bei Schweineställen kommt es im Brandfall oft zu Totalschäden. Tiere sind kaum zu retten. Präventiver Brandschutz ist daher von zentraler Bedeutung. Bild: Landpixel
Mastschweine können im Falle eines Brandes noch weniger gut gerettet werden als Milchkühe oder Pferde. Um Tierleid zu vermindern und Schaden abzuwenden, muss alles getan werden, damit es gar nicht erst zum Brand kommt.
Ställe müssen laut Musterbauordnung und verschiedenen Brandschutzgesetzen der Länder so beschaffen sein, dass bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren möglich ist. Im Ernstfall gibt es aber immer wieder Probleme bei der Rettung. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Oft sind die Gebäude in zu wenige Brandabschnitte eingeteilt und die Rettungswege sind zu lang.
Eine Rettung von Schweinen wird zusätzlich dadurch erschwert, dass sie ihre Buchten bei Gefahr nicht von allein verlassen oder zurück in ihre gewohnte und vermeintlich sichere Umgebung laufen. Und auch im ländlichen Raum haben Feuerwehreinsatzkräfte eher selten Erfahrung im Treiben von Schweinen und wenig Kenntnis über den Aufbau von Schweineställen. Vor allem bei zwangsbelüfteten Ställen sind mögliche Rettungswege begrenzt.
Notställe in unmittelbarer Umgebung lassen sich im Ernstfall nur schwer finden. Herumlaufende Schweine gefährden die Arbeit der Einsatzkräfte sowie den Straßen- und Schienenverkehr und gefährden nicht zuletzt sich selbst. Die Feuerwehr greift im Brandfall auf die dörfliche Struktur und die Unterstützung anderer Landwirte zurück.
Neben der Tierrettung kommt daher der Risikovermeidung und Brandvorbeugung in Schweineställen eine besondere Bedeutung zu.
In der Schweinemast entstehen Brände meist aus folgenden Gründen:
Ein regelmäßiger Elektrizitäts-Check, der E-Check, hilft Bränden vorzubeugen. Hierbei untersuchen fachkundige Handwerker oder Ingenieure die elektrischen Anlagen. Ziel ist es, Schwachstellen wie lose Klemmverbindungen, Kabelbrüche, Überlastungen, defekte Kabelummantelungen oder auch unisolierte Kabel und Störlichtbogen durch Spannungsüberschlag aufzudecken.
Bei Alt- wie Neubauten von Schweineställen sollte der Blick auf den Brandschutz geschärft werden. Das beginnt schon mit den Abständen der einzelnen Gebäude. Mindestabstände müssen zwingend eingehalten werden. Auch sollten, wo immer möglich, die Gebäude in Brandabschnitte und Stromkreise aufgeteilt werden.
Auch zentrale Luftführungen müssen so gut wie möglich brandtechnisch geschützt werden. Lüftungen können für jeden Brandabschnitt separat mit Strom versorgt werden.
Brandfrüherkennung mittels Rauchmelder, Kameras und Smartphone-Alarm kann helfen, das Schlimmste zu verhindern.
Eingebaute Einweich-, Kühl- und Sprinkleranlagen helfen auch bei der Brandbekämpfung. Gegebenenfalls kann im Brandfall durch die Feuerwehr Fremdwasser eingespeist werden.
Wenn die Wasserversorgung durch nahe Hydranten oder Brunnen nicht sichergestellt ist, sollten Löschwasserbehälter oder Löschteiche vorgehalten werden. Das vermeidet entscheidende Zeitverluste durch den Aufbau der Löschwasserversorgung.
Um Schweine zu retten, sind breite Abteiltüren und freie Gänge unabdingbar. Möglichst wenig Gefälle und ein gleichmäßiger Bodenbelag erleichtern das Treiben der Tiere. Außentüren in jedem Abteil können sowohl zur Tierrettung als auch zur Brandbekämpfung von Abschnitten genutzt werden. Effektiv ist es, wenn sich die Außentüren auch von außen von der Feuerwehr öffnen lassen.
Technikräume, in denen sich elektrische Anlagen, Schaltschränke Frequenzumrichter, Lüftungssteuerung und ähnliches befinden, sollten mit Brandschutz und feuerhemmenden Decken und Wänden besonders gesichert werden.
Wichtig im Hinblick auf Brandschutz ist auch eine frühe Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr, die eine Ortsbegehung miteinschließen sollte. Dabei können sich die Feuerwehrleute über die Bauweise der Gebäude informieren, über den Feuerwiderstand der Baumaterialien und darüber, wie das Brandverhalten einzuschätzen ist. Ob eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist, ist entscheidend für das Vorgehen im Notfall.
Nagelplattenbinderkonstruktionen im Dachraum sind zum Beispiel entscheidend für einen möglichen Innenangriff durch die Feuerwehr. Bei einem Brand stürzen Dächer mit solchen Konstruktionen meist nach 30 Minuten ein. Eine Tierrettung ist bei dieser Bauweise aufgrund des Risikos für die Feuerwehr nicht möglich.
Hilfreich im Brandfall ist es auch, wenn die Feuerwehr bereits im Vorfeld über die Wasserbereitstellung für die Löschwasserversorgung informiert ist. Handelt es sich beim Bauen im Außenbereich zum Beispiel um eine Stichleitung und wie hoch ist deren Druck? Oder gibt es öffentliche Hydranten, einen Brunnen, ein fließendes Gewässer oder einen Löschteich in unmittelbarer Nähe des Stalles?
Schließlich spielt im Brandfall auch die Zuwegung eine Rolle für die schnelle Hilfe. Ob die Zufahrten von den Löschfahrzeugen befahrbar sind oder Ställe umfahren werden können, kann Leben retten.
Letzte Aktualisierung 19.03.2026